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Archiv für die Kategorie ‘Überwachung im Alltag’

Herzlich Willkommen ..

20. Oktober 2011 7 Kommentare

.. an die Leserinnen und Leser des gedruckten Freitag, die nach der Lektüre meiner Texte zur Überwachung hier vorbeischauen. Die Berichte über Überwachung während des §129(a)-Verfahrens gegen Andrej Holm sind in der Rubrik “Überwachung im Alltag” versammelt, am besten von hinten nach vorn, also chronologisch, zu lesen. Dort findet sich auch die Geschichte vom “Schwarzen Beutel“.

Update: Der Artikel ist jetzt online: Bitte recht freundlich

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140 Sekunden / Elektrischer Reporter

20. Oktober 2011 Keine Kommentare

Zu diesem Tweet gab es im “Elektrischen Reporter” gestern 140 Sekunden:

Es ist unmöglich, ein kompliziertes Strafverfahren in 140 Sekunden darzustellen. Zwangsläufig fehlt also viel. Und ich bin echt beeindruckt vom Team der 140 Sekunden, die das aus einem mehrstündigen Gespräch destilliert haben.

 

Österreich online

6. Mai 2011 1 Kommentar

Wir waren eine Woche in Österreich, ich habe drei Vorträge gehalten und bin gefühlt in dem Vielfachen an Aufnahmen und Interviews dazu zu finden. Regelmäßige LeserInnen von annalist werden hier nicht viel Neues erfahren.

26. April, Wien: Du bist Terrorist_in?, Kulturverein w23
27. April, Wien: Bloggen/Blogging – Anne Roth, Miss Baltazar’s Laboratory
28. April, Linz: Du bist Terrorist, Wissensturm / servus.at

Radio FRO – Frozine: Du bist Terrorist_in? (Wien)
Ungeschnittener O-Ton von der Veranstaltung “Du bist Terrorist_in?” im W23 vom 26. April 2011, Wien. Ungefähr bei Minute 15′ hat leider das Aufnahmegerät ausgesetzt, es fehlen daher ein paar Minuten. Ohne Publikumsdiskussion

ichmachpolitik.at: Anne Roth übers Bloggen im Rahmen von Mz Baltazars Laboratory (Wien)

 

Radio FRO – Frozine: Du bist Terrorist? (Linz)
In der aktuellen Ausgabe des FROzine beschäftigen wir uns mit einem der freigesprochenen Tierschützer, nämlich Chris Moser und einem Vortrag von Anna Roth im Wissensturm zum Thema “Du bist Terrorist?” am 28.04.2011. Durch die Sendung führt Sarah Praschak.

Radio FRO – Frozine: Bist du Terrorist? Der Fall Andrej Holm aufgerollt (Linz)
Anne Roth erörterte in ihrem Vortrag in Linz, am 28. April, Aspekte der Überwachung, der Vorratsdatenspeicherung, der aktuellen Sicherheitspolitik und versucht ein Bewusstsein zu erzeugen für Aktivitäten in den „ Gratis-Plattformen“ . Ein Beitrag von Simone Boria.

zip-fm 5. Mai 2011
Bin ich sogar Terrorist? Ohne dass ich es weiß? Mache ich mich verdächtig, indem ich unverdächtig handle?Solche und Weitere Fragen tauchen auf, wenn man sich mit dem Fall Andrej Holm beschäftigt. Beispiel: Strafverfolger schöpften Verdacht, weil Andrej Holm zu einem politischen Treffen – Achtung – „möglicherweise kein Handy mitnahm“. Anne Roth, seine Lebenspartnerin hat darüber geschrieben und zwar in ihrem Blog „annalist“. Sie fragt sich etwa, wie exponiert bin ich eigentlich? Gerade jetzt, im Zusammenhang mit der Volkszählung ab kommendem Montag durchaus ein Thema. Oder auch: Welche Gefahren verbergen sich hinter den sogenannten „sozialen Netzwerken“ im Internet?  Anne Roth im Gespräch mit dem Freien Radio FRO aus Linz.

WienTV – Nachrichten vom 3. Mai

WienTV.at: Interview Anne Roth Langversion (Wien)

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Twitter-Voodoo

17. Februar 2011 7 Kommentare

Die Zeit der Absonderlichkeiten rund um technische Geräte in meinem Leben ist schon länger vorbei. Dachte ich. Je nachdem, mit wem ich zu tun habe.

Am Montagabend schickte ich eine Direct Message (DM) per Twitter an Anke Domscheit-Berg. Eine Nachricht also, die nur sie zu sehen bekommt. Der Inhalt war völlig unspektakulär:

Suchanfragen nach dir landen in meinem Blog, meine Google-Wertigkeit scheint doch besser, als ich dachte ;)

Was bedeutet: ich kann in meinem Blog sehen, wonach die Menschen gegoogelt haben, die dann bei annalist gelandet sind. Einige googelten “Anke Domscheit-Berg” und fanden Ergebnisse bei annalist, was mit diesem Artikel zu tun hat. Darin geht es um ihre Teilnahme an einer Phoenix-Sendung zur Frauenquote.

Wer eine Twitter DM bekommt, kriegt dazu eine Benachrichtigungsmail von Twitter. Anke in diesem Fall nicht. Aufmerksam wurde sie am nächsten Tag erst, weil sich in ihrer Mailbox folgendes fand: eine Mail an eine von ihr subskribierte (abonnierte) Mailingliste, von jemand anderem, Inhalt der Mail: die bewusste Twitter-DM-Benachrichtigung. Thema der Liste: Open Data.

Nun hat sie zwei Rechner und kann mit beiden ihre Mails abrufen. Auf dem einen das gerade beschriebene Phänomen, dargestellt über das dort installierte Mail-Programm Outlook, auf dem anderen: alles normal.

Nach ein bisschen Herumfragen stellte sich heraus, dass niemand sonst über die Liste meine Twitter-DM bekommen hatte. Irgendwie beruhigend. Nicht auszudenken, ich hätte mich lästerlich über Dritte ausgelassen.

Der für Anke erkennbare Absender der Listen-Mail wusste auch von nichts und versichert glaubwürdig, Twitter-DMs von mir weder zu kennen noch zu verschicken.

Wer genau hinguckt, kann sehen, dass die von mir Montag abend 23:32 Uhr verschickte DM in der Mail als zweieinhalb Stunden später verschickt dargestellt wird. Die Mail selber aber will schon acht Stunden vorher verschickt worden sein.

Für sowas gibt es bestimmt jede Menge mögliche Erklärungen, und einige haben sicher mit dem benutzten Mailprogramm zu tun, andere mit den eingestellten Uhrzeiten der diversen Server, über die das lief. Nichtsdestotrotz ist es eine ziemlich merkwürdige Begebenheit.

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Out now: Prevent and Tame. Protest under (Self)Control

2. Dezember 2010 4 Kommentare

New book by Florian Hessdörfer, Andrea Pabst, Peter Ullrich is out, and free for download here or here (pdf). You can also order a copy at your local bookstore.

In the book there’s also a chapter by Andrej Holm and me, reflecting life with surveillance.

The details:

Prevent and Tame.
Protest under (Self)Control

Florian Heßdörfer, Andrea Pabst, Peter Ullrich (Eds.)

The common dualistic approach to social movements tends to see power and resistance as separate and independent antagonists. The contributors to this book aim to transcend that approach, arguing that to adequately analyze ongoing struggles, it is also critically important to trace the constitutive interconnectedness between social movements and power. This is the aim of the title “Prevent and Tame”: emergent strategies to prevent and tame protest―whether they are undertaken by the state or by factions within the movements themselves―have given rise to new kinds of social relations and regulations that call for a new approach to research on social movements and protest.

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A propos Sicherheit

2. November 2010 1 Kommentar

Flugsicherheit ist wieder in aller Munde. Passend erzählte mir heute Andrejs Anwältin eine Geschichte, die untergegangen war:

Als Andrej festgenommen worden war, wurde er zuerst ins Berliner LKA am Tempelhofer Damm gebracht und dann mit dem vielzitierten Hubschrauber zum Bundesgerichtshof geflogen, wo der Haftbefehl beantragt und dann auch beschlossen wurde. Christina (Clemm), die Anwältin, flog im Flugzeug hinterher, um dabei zu sein.

Vorher sagte sie mir, ich sollte ein paar Sachen für Andrej zusammenpacken. Ich kann mich an die Details nicht erinnern, aber gut an das Gefühl dabei. Sehr surreal. Was packt man jemandem für den Knast ein? Gibt es da Zahnpasta? Machen Sportsachen Sinn? Bücher? Wieviele? Für wie lange?

Falls Ihr je in die Situation kommt: Papier und Stifte sind wichtig. Briefmarken.

Ich weiß auch nicht mehr, was ich eingepackt habe, außer das eine Dose mit einem Stück Kuchen vom Kindergeburtstag am Tag vorher dabei war.

Christina nahm den kleinen Rucksack mit, hatte kein Gepäck, weil sie in Karlsruhe ja nicht bleiben wollte und reichte am Flughafen alles, was sie dabei hatte, als Handgepäck ein. Auch sie war mit anderen Sachen als Reiseorganisation beschäftigt. Die Fassungslosigkeit beim Check-In war entsprechend. Duschgel, Zahnpasta, eine Flasche Wasser.. wie gesagt, ich weiß nicht, was noch, aber es waren mehr als 100 ml Flüssigkeit.

Da standen sie sich gegenüber, Flugzeug kurz vor Take-Off, der Bundesgerichtshof wartet nicht.

Die Security-Frau: “…?”.
Christina, überrascht: “Oh – aber es ist ja auch gar nicht mein Gepäck! Das habe ich von jemand anderem bekommen!”
Security-Frau:”?!?!???”

Sie ließ sie durch. Mit dem gesamten Terroristengepäck. Glücklicherweise ist nichts explodiert.

Dass er das dann alles auch mit in den Knast nehmen durfte, wo ordentliche Terroristen selbst neugekaufte Bücher nur eingeschweißt und direkt von ausgesuchten Buchhandlungen erhalten dürfen, hat später Christina ziemlich fassungslos gemacht. Auch den selbstgebackenen Kuchen.

Der Jemen hat übrigens bereits am Samstag bekannt gegeben, dass keine UPS-Frachtfugzeuge den Jemen am Tag des ‘Bombenfundes’ verlassen haben und es sowieso gar keine solchen Direktflüge in die USA oder nach Großbritannien gibt.

Lunch Lecture 63

31. Oktober 2010 Keine Kommentare

Ich habe die Aufnahme der Lunch Lecture 63 bei der Documenta 12 auf meinem Rechner (wieder) gefunden.

Diese Veranstaltung fand am 15. August 2007 statt, zwei Wochen, nachdem Andrej festgenommen worden war. Er saß in Untersuchungshaft in Berlin Moabit. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt von der Lunch Lecture überhaupt nichts mitgekriegt.

Drei Jahre später gehört fand ich sie bewegend. Es ist den Beteiligten anzumerken, wie nah ihnen die Geschichte geht.

Im ersten Teil sprechen Stefan Schrage, Anwalt im Verfahren, Carmen Mörsch, Junior-Professorin an der Uni Oldenburg und Ingo Stützle, Soli-Gruppe (jeweils im August 2007).

(37:25 Min) (mp3, 34 mb)

In Teil zwei kommen andere Dokumenta-Beteiligte zu Wort, u.a. mit dem Beispiel eines Brandanschlags in Kassel, der mit der Dokumenta in Verbindung gebracht wurde, der Geschichte von Steve Kurtz, der jahrelang in den USA als angeblicher Bioterrorist verfolgt wurde und den Begleiterscheinngen einer Lesung von Dokumenten zu Militärtribunalen in Guantanamo während der Documenta.

(23:10 Min) (mp3, 21mb)

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Online Talk bei DRadio Wissen

12. September 2010 6 Kommentare

Zwei Stunden vor der Berliner “Freiheit statt Angst”-Demo saß ich im Berliner Studio von DRadio Wissen im Online Talk zum Thema Terrorismus. Innenansichten einer Ermittlung. Es ging um das Verfahren gegen Andrej, um Terrorismus, um Blogs, die ich gern lese, Facebook und Privatsphäre, Bloggerinnen und Relevanz in der Blogosphäre und nicht zuletzt Freiheit statt Angst.

Hier zum Nachhören:

Und auch zum Download von dradio.de:
http://ondemand-mp3.dradio.de (25mb)

Andrej beim Küchenradio

17. März 2010 6 Kommentare

Also eigentlich redet Andrej ja lieber über Gentrifizierung (ja, immer noch) und eigentlich sollte es auch beim Küchenradio darum gehen. Aber wie das so ist – sie haben zwei Stunden lang über das Leben nach der Festnahme als Terrorist gesprochen, über Untersuchungshaft, Gründe für das Verfahren, über den §129a und Details über Überwachung und Ermittlung, die ich noch nie erzählt habe! 

Auch zum Runterladen bei kuechenradio.org, 120 min., 110mb

Und so wird es wohl noch ein Küchenradio geben müssen, wo es dann darum
geht, wie es früher in Prenzlauer Berg war und warum es jetzt so ist,
wie es ist..?

Weil wir noch nicht ganz davon überzeugt davon sind, dass es nur noch einen möglichen Schritt in Andrejs Verfahren gibt, nämlich die baldige Einstellung, haben wir jetzt nochmal das Web 2.0 bemüht.

Es gibt seit ein paar Tagen bei Facebook einen ‘Cause’ (≈Anliegen), der die Einstellung des Verfahrens fordert. In dem Wissen, dass es allerhand Vorbehalte gegenüber Facebook gibt (zu Recht!), wollten wir diese Möglichkeit aber nicht gänzlich links liegen lassen. Wer also schon bei Facebook ist und den Causes eh schon erlaubt hat, sich ins eigene Profil einzumischen: bitte unterstützt die Forderung nach der

Einstellung des Verfahrens gegen Andrej Holm

Es wäre schon schön, wenn deutlich würde, dass wir mit der Forderung nicht wenige sind.

 

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Paranoia

1. November 2009 18 Kommentare

Kopfkissen, by http://www.flickr.com/photos/9619972@N08/3198810449/Es fiept. In unserem Schlafzimmer. Wir sind vor einem Monat umgezogen. Auch in unserem alten Schlafzimmer fiepte es, was mir irgendwann in dem Jahr aufgefallen war, bevor Andrej festgenommen wurde. Parallel dazu fand ich damals seltsam, dass der Akku-Ladestand meines damaligen IBM Thinkpads (das ich seit der Beschlagnahmung nicht mehr benutze und dem ich bis heute hinterhertrauere) auch in abgeschaltetem Zustand abnahm. 

Das Fiepen ist kaum wahrnehmbar. Es ist eigentlich nicht zu hören, fast eher zu fühlen. Gestern abend habe ich es zum ersten Mal bemerkt. Ich habe die Steckerleiste im Zimmer abgeschaltet, um auszuprobieren, ob das mit irgendwelchen Geräten zu tun hat, die da sonst in Betrieb sind: das Fiepen blieb. Und zwar nur im Schlafzimmer.

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