#32C3 zum Nach-Gucken

A work in progress

Ich habe nicht annähernd alle Talks bei 32. Congress des Chaos Computer Clubs diese Woche in Hamburg gesehen, die ich hätte sehen wollen, aber die hier habe ich gesehen und sie waren gut.

Bisher sind noch nicht alle im YouTube-Kanal des CCC. Deswegen habe ich einige direkt zum Anklicken, andere nur auf dem Medienserver media.ccc.de, wo Ihr sie auch direkt abspielen könnt. Wird aber nachgetragen.

Los geht’s:

NSA-Untersuchungsausschuss: Zwischen Aufklärungswillen und Mauern aus Schweigen, von Anna Biselli

Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7228-nsa-untersuchungsausschuss_zwischen_aufklarungswillen_und_mauern_aus_schweigen

Ein guter Überblick zum Stand der Dinge im NSA-Untersuchungsausschuss.

Grundrechte gelten nicht im Weltall!

Die absurdesten Szenen aus dem NSA-BND-Untersuchungsausschuss

Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7225-grundrechte_gelten_nicht_im_weltall

Eine ziemlich witzige Lesung mit Originalzitaten aus dem Ausschuss. Ok, eigentlich eher tragisch. Wahrscheinlich die beste Form der Information, was dort passiert.

Profiling (In)justice, von Jeff Deutch

Hier geht’s um Racial Profiling und wie wenig Kontrollen es mit tatsächlicher Kriminalität in bestimmten Gebieten zu tun hat. Mit Beispielen aus Deutschland und Großbritannien.

The Price Of Dissent, von CAGE and Cerie Bullivant

‘Cage’ ist eine Organisation, die sich für die Rechte von Muslim_innen einsetzt. Der Talk beginnt mit dem Video-Statement eines ehemaligen Guantanamo-Gefangenen, der eigentlich in Hamburg auf der Bühne stehen sollte, aber nicht kommen konnte, weil sein Pass in Großbritannien vor der Reise eingezogen wurde.

Intelexit, Gloria Spindle – Peng! Collective

Witzig, wunderbare Videos und ein wichtiges Ziel: Geheimdienst-Angehörige dazu zu bringen, die Dienste zu verlassen. Bestes Detail: Auszüge aus dem Grundgesetz werden an das große Schild “Bundesamt für Verfassungsschutz” am Eingang seines Sitzes geklebt – und prompt von Beamten abgerissen.

Ten years after ‚We Lost The War‘, von rop und Frank.

Vor zehn Jahren konstatierten die beiden “Wir haben den Krieg verloren” und meinten damit den Kampf um das freie Internet, das wir an die Überwachung und Kommerzialisierung verloren haben. (Hier das Video dazu). Jetzt sieht es nicht viel besser aus. Schwerpunkt: Klima und Ressourcen.

Predicting Crime in a Big Data World, von Whitney Merrill

Sehr dichter Talk zum Stand des ‘Predictive Policing’, also der Nutzung von Software durch die Polizei, die aus vielen Daten Kriminalitäts-Wahrscheinlichkeiten berechnet, und was daraus folgt. Mit Beispielen aus Deutschland und Information zur genutzten Software.

Collect It All: Open Source Intelligence (OSINT) for Everyone, von M. C. McGrath

M.C. McGrath analysiert öffentlich zugängliche Informationen von Geheimdienstmitarbeiter_innen und -Dienstleistern. Daraus lässt sich zum Beispiel erkennen, wer an der Zielerfassung von Drohnenangriffen mitarbeitet, und welche Kenntnisse dazu nötig sind.

Nicht gesehen, aber Gutes gehört habe ich über:

The exhaust emissions scandal („Dieselgate“) von Daniel Lange (DLange), Felix “tmbinc” Domke

Stromtankstellen – eine neue öffentliche Infrastruktur, von Gunnar Thöle

Wie man einen Blackout verursacht, von Mathias Dalheimer

Gern gesehen hätte ich, und die werde ich sicher auch noch sehen:

„Nach bestem Wissen und Gewissen“ – Floskeln in der Politik

Von Martin Haase/maha and Kai Biermann

Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7150-nach_bestem_wissen_und_gewissen_floskeln_in_der_politik

 

Jugend hackt

Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7562-jugend_hackt_2015

Das Zahnrad aus Fleisch – Expeditionen ins Kommentierreich

Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7249-das_zahnrad_aus_fleisch

Hier diskutieren eine sehr rigide Kommentar-Moderatorin und einer, der findet, es sollte möglichst alles stehen bleiben.

Media Coverage and the Public in the Surveillance Society, von Arne Hintz and Lina Dencik

Graphs, Drones & Phones, von Christoph Engemann

Crypto Wars Part II, von Kurt Opsahl

Überall wird wieder danach gerufen, Verschlüsselung solle verboten werden, oder zumindest müsste den Sicherheitsbehörden möglich sein, per Nachschlüssel (Backdoor) mitzulesen. Das gab’s vor vielen Jahren schon mal.

Prediction and Control, von Jennifer Helsby

Zum Untersuchungsausschuss gab’s auch einen Podcast im Sendezentrum mit vielen regelmäßigen BesucherInnen des Ausschusses: den könnt ihr hier hören.
Es gibt auch ein Video davon, leider mit relativ schlechter Bild-Qualität, aber darum geht’s ja auch nicht:

Es wird nicht überraschen, dass mich vor allem Talks aus dem Politik-Track und da vor allem die zu Überwachung und Sicherheitsorganen interessieren. Selbst da gibt es noch viele andere interessante Sachen und darüber hinaus sowieso. Es ist eine völlig subjektive Auswahl und sagt wirklich nichts aus über die, die in dieser Liste nicht erwähnt sind. Schaut selbst nach: https://media.ccc.de/c/32c3 – da gibt es wirklich noch ganz viele andere, die auch absolut sehenswert sind.

Das Programm gibt es hier (die eigentliche Programm-Website ist gerade nicht erreichbar). Dort könnt Ihr auch die Beschreibungen zu den Talks sehen.

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Keine Ausreden mehr für Männerüberhang

screenshotEs gibt sie endlich: die Speakerinnen-Liste. Eine Website mit Datenbank, über die Expertinnen für Konferenzen, Podien, Talkshows gefunden werden können.

Dickes DANKE! an die Berliner Rails Girls Gruppe, die das Projekt ganz in Ruhe und ohne Wirbel als Lernprojekt geplant und umgesetzt hat.

Viele zählen die Verteilung von Männern und Frauen auf Bühnen und ärgern sich über die häufig langweilig mit ähnlichen weißen deutschen Akademikern besetzen Veranstaltungen. Wenn Veranstalter_innen darauf hingewiesen werden, dass sie 60, 80, 100 Prozent Männer eingeladen haben, erklären viele, dass sie eben keine Frauen kennen oder gefunden haben, die zum Thema etwas hätte sagen können. Oder fordern auf, doch welche zu benennen, die so gut und kompetent über Thema XY reden können. Kann ich meistens nicht beantworten, weil ich mit den meisten Themen nicht gut genug auskenne.

Dass eine Datenbank nötig ist, ist seit langem klar.

Im IT-Bereich gab es vor Jahren mal ein ähnliches Projekt: Geekspeakr.com. Das wurde leider nicht weiter betrieben und ist inzwischen offline. Als der Netzfeminismus entstand, entstand provisorisch eine Liste mit Frauen, die zunächst über netzfeministische Themen sprechen können: Speakerinnen, vor allem von Kathrin Roenicke gepflegt.

Vor etwa anderthalb Jahren, nachdem sich bei Twitter mal wieder viele über die Besetzung einer Konferenz geärgert hatten, gab es einige Treffen und ziemlich konkrete Pläne. Die Pläne gingen baden, zuwenig Zeit, und dann gab es auch schon einige ähnliche Projekte. Da war auch schon ein Mitglied der Rails Girls dabei, und in aller Stille haben die dann einfach weitergearbeitet und mich etwa ein Jahr später kontaktiert und erklärt, sie seien jetzt fertig. Ich war ziemlich baff und habe mich enorm gefreut. Ich hatte selber in der Zwischenzeit mein Zählblog 50 Prozent gestartet, weil das weniger aufwändig ist und die reinen Zahlen als Argument auch wichtig sind.

Die neue Speakerinnen-Liste ist ungeheuer schick geworden und ist die beste Ergänzug zu meinen Zahlen. Vor zwei Tagen haben wir einige Frauen eingeladen, sich schonmal einzutragen und fast 50 haben das sofort gemacht. Heute, am 8. März, geht es los. Speakerinnen.org soll Veranstalter_innen, die oft wenig Zeit haben, erleichtern andere als die immer gleichen bekannten Namen einzuladen, sie soll Frauen ermuntern, bei einer Anfrage auch mal Ja zu sagen, auch wenn sie das Thema nicht im Schlaf herbeten können, und sie soll Mädchen und Jungen zeigen, dass Fachkompetenz nichts mit dem Geschlecht zu tun hat.

Ich freue mich sehr, und hoffe, dass ich nie mehr die Frage beantworten muss, welche Frau es zum Urheberecht, zu Kryptographie oder zu Verfassungsrecht denn wirklich drauf hat.

Und ich hoffe, dass sich sehr viele Frauen eintragen.
(Dort zu stehen, verpflichtet übrigens zu gar nichts)

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(Ach ja, und es ist natürlich noch nicht alles fix und fertig, wie immer, wenn was zu einem bestimmten Datum raus soll.)

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Kleine Philosophie der digitalen Sicherheit

butter-sWährend ich eben den Sonntagmorgen-Kaffee kochte und dabei nachsah, was sich über Nacht im Netz tat, stolperte ich über einen Link, den Antje Schrupp bei Facebook weitergereicht hat: “Wir sind zu faul, um nicht überwacht zu werden“, von @dasnuf. Der Impuls, SOFORT dazu bloggen zu müssen, sprang mich an noch bevor ich sah, dass ich selber drin vorkomme.

“Wir sind zu faul,..” um Tools und Methoden kennenzulernen oder zu benutzen, die das digitale Leben besser vor Überwachung schützen, bzw. der Möglichkeit, überwacht zu werden. Oder erstmal davor, dass unsere Daten eingesammelt und verkauft und ausgewertet und gerastert werden. Jeweils von Unternehmen und von Behörden. Möglicherweise. Wenn nicht jetzt, dann später.

Mir zieht sich immer alles zusammen, wenn ich mit dem Argument konfrontiert bin. Nicht, weil ich empörend fände, dass mein Gegenüber faul ist. Eine andere Variante ist, dass es so bequem ist, weil Googlemail eben irre gut funktioniert, die Google Suche genauso, weil es viel schneller geht, eine kurze Nachricht per Facebook-Chat zu schreiben oder als Twitter-DM, statt ‘richtigen Chat’. Allein die Einrichtung von Chatprogrammen – und was nehme ich da überhaupt?

Ich glaube, das erste Mal ist mir das Argument begegnet, als die Post Telefonkarten eingeführt hat, mit denen in Telefonzellen anstelle von Münzen bezahlt werden konnte. Dann die EC-Karten. Die PayBack-Karten. In meinem Leben war von Computern weit und breit noch nichts zu sehen, aber das Problem war das gleiche: es ist viel bequemer, immer die Telefonkarte dabei zu haben, weil im Zweifelsfall nicht genug Groschen im Portemonnaie stecken. (Wir befinden uns Ende der 80er Jahre). Manche fanden das schlimm. Manche fanden das total bequem.

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30C3 zum Nachgucken

cch30c3In Hamburg hat über das Wochenende der 30. Chaos Communication Congress stattgefunden, auch einfach ‘der Kongress’ genannt. Ein Kongress der Superlative, größer, großartiger, auch einfach schöner. Mich hat vor allem beeindruckt, wieviele Leute in ihrer Freizeit Dinge für den Kongress ausdenken, vorbereiten, bauen. Schöne Sachen, nur damit alle anderen einen möglichst schönen Kongress haben. Ein eigener Techno-Club für nur vier Tage, mit einer extra gezimmerten Bar, einem alten Wasserwerfer, Palmen, Polstern und irren Lichtinstallationen. Eine selbst gebauten Rohrpost, Kinder-Hack-Programm, Massagezelt und Kaffee-Nerds, die einen Kaffee herstellen, für den ich in Berlin eine Stunde fahren würde, Open-Source-Röstprofile inklusive. An jeder Ecke des riesigen Kongresszentrums was anderes zum Angucken und Freuen. Effekt: durchweg freundliche und gutgelaunte Leute. Und zwar ca. 8.500.

30c3-4chanNebenbei gab es auch noch ein Vortragsprogramm, von dem ich ein paar Sachen empfehlen wollte. Eine rein subjektive Auswahl schon deswegen, weil ich kaum Talks gesehen habe, denn schließlich können die ja auch alle hinterher als Video gesehen werden. Live ist natürlich trotzdem schöner. Hier sind:

Bullshit made in Germany, von Linus Neumann.
De-Mail, Deutschland-Net und die angebliche Sicherheit deutscher Mail- und Cloud-Services gut und witzig erklärt, samt Erläuterung, warum das auf keinen Fall benutzt werden sollte und wer damit Geld verdient.
==> Das Video

Der tiefe Staat, von Andreas Lehner
Politik und Geschichte zur Überwachung in der Bundesrepublik.
==> Das Video (habe ich nur teilweise gesehen, weil ich noch im Zug nach Hamburg saß)

THE DATABASE NATION, a.k.a THE STATE OF SURVEILLANCE, von houndbee
Mein Kollege bei Tactical Tech, Kaustubh Srikanth, beschreibt, wie die größte Demokratie der Erde, Indien, zu einem Überwachungsstaat wird – u.a., weil es wenig Widerstand dagegen gibt.
23rd of December 2008 was a sad day in India for civil liberties. On this day, The Indian Parliament passed the “The Information Technology (Amendment) Act” with no debate in the House, which effectively means is that the government of India now has the power to monitor all digital communications in the country without a court order or a warrant.
==> Das Video

Backdoors, Government Hacking and The Next Crypto Wars, von Christopher Soghoian
Law enforcement agencies claim they are “going dark”. Encryption technologies have finally been deployed by software companies, and critically, enabled by default, such that emails are flowing over HTTPS, and disk encryption is now frequently used. Friendly telcos, who were once a one-stop-shop for surveillance can no longer meet the needs of our government. What are the FBI and other law enforcement agencies doing to preserve their spying capabilities?
==> Das Video

Fnord News Show, von Frank Rieger und Fefe
Eine Einführung in Hacker-Humor, Kongress-Klassiker, sehr unterhaltsam.
==> Das Video

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Logbuch Netzpolitik zu OHM, Noisy Square, NSA, Snowden und dem Wahlkampf

Es ist NSA, und bei annalist steht .. nichts. Eigentlich müsste ich wohl täglich zweimal bloggen, wenn doch Überwachung eins der zentralen Themen dieses Blogs ist und ein Leak nach dem anderen Geschichte macht.

Ich war im Urlaub, in zwei Camps und dann.. hatte ich erstmal das Gefühl, dass die Neuigkeiten ja auf den relevanten Newswebsites standen. Es liegt mir nicht, überall meinen Senf dazu zu geben nur um auch was zu sagen. Oder jedenfalls nicht in dem Ausmaß, wie  es rundrum schon reichlich zu beobachten war. Und präsent ist es ja wirklich ausreichend.

Und da setzt jetzt, nach dem Ende meines persönlichen Sommerlochs, allmählich das Bedürfnis ein, doch was dazu zu sagen. Schalten Sie also wieder ein, hier gibt’s demnächst wieder mehr zu sehen.

Ich war gestern Gast im ‘Logbuch Netzpolitik’, einem Podcast von Linus Neumann und Tim Pritlove’ und weil der über zwei Stunden lang ist, hatte ich Gelegenheit, alles zu besprechen, was mich in den letzten zwei Wochen beschäftigt hat. Es ging um

  • das Hackercamp OHM in den Niederlanden und die Konflikte, die sich daraus ergaben, dass einer der Hauptsponsoren Überwachungstechnologie produziert und exportiert,
  • ein sehr sympathisches neues Netzwerk aus vielen Organisationen, die ein Camp im Camp gebildet haben (das Noisy Square) und die verbindet, auf unterschiedliche Weise Technologie für ‘den guten Zweck’ zu entwickeln oder bekannt zu machen. U.a. waren das EFF, IMMI, Torservers, Riseup, Fairphone, Bits of Freedom, Tactical Tech und viele andere.
  • das Neueste vom NSA, Snowden und Lavabit und das Glas eigentlich halbleer oder halbvoll ist, wenn sich in Deutschland kaum wer aufregt, aber in den anderen Ländern überhaupt nicht darüber geredet wird
  • und wie die Parteien im Wahlkampf um das Thema herumtänzeln

Hören könnt Ihr das hier Politische Reise nach Jerusalem,

Als Download gibt es das in 5 Formaten (u.a. m4a, mp3, ogg)

 

Überhaupt nicht geht es darin übrigens um Feminismus und so. Das freut auch einen Kommentator sehr

Okay, bei den Themen kann Anne ja hoffentlich nicht von Quoten, Gender und Patriarchat anfangen. :)

und damit haben wir sogar was gemeinsam. Ich rede nämlich auch viel lieber über andere Sachen, bloß leider ist die Lage ja meistens so, dass es nicht anders geht.

——————

Wer gern noch mehr von mir hören will, kann Interview mit dem WDR hören, dass ich letzte Woche zu unserer Überwachung und XKeyScore hatte:

WDR 2: Beobachtet und belauscht

 

Nächste Woche geht’s dann weiter mit dem ‘Marktplatz’ im Deutschlandfunk zum Thema “Das digitale Zuhause schützen“, und vielleicht noch einem Podcast.

 

 

 

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Autistici in Berlin – 27.1. um 20 Uhr in der c-base

ai-book-cover-webNächsten Sonntag, dem 27.1. gibt es eine besondere Veranstaltung. Autistici/Inventati stellen um 20 Uhr in der c-base ihr Buch +Kaos. 10 anni di hacking e mediattivismo (+Kaos. 10 Jahre Hacken und Medienaktivismus) vor.

Ich habe das Buch hier schon beworben, als es letzen Sommer erschien. Autistici/Inventati ist das italienische Technik-Kollektiv, das u.a. noblogs.org hostet, also die Blog-Plattform, auf der auch annalist läuft.

Im Buch wird die Geschichte des italienischen Hacktivismus erzählt, die Verbindung zu Indymedia, zum G8-Gipfel in Genua 2001, es geht um die jählichen Hack-Meetings und warum es nötig ist, eigene Technik-Infrastrukturen für E-Mail, Chat, Websites, Mailinglisten und und und zu haben, die nicht käuflich sind. Und wie sich das alles über 10 Jahre entwickelt hat, ohne Chefs und ohne Bezahlung.

Trotzdem, eigentlich gerade deswegen, kostet das alles natürlich viel Geld: bitte spendet für Autistici und damit noblogs.org und damit annalist!

Leider gibt es +kaos nur auf italienisch, es wird aber gerade ins Englische übersetzt und ein englisches Probe-Kapitel wird es nächsten Sonntag auch in der c-base geben. (Die Veranstaltungssprachen sind englisch und deutsch.)

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3sat: Freiheit fürs Internet – Vernetzt gegen die Zensur

Donnerstag zur besten Sendezeit:

Der Arabische Frühling zeigt, dass die Möglichkeiten von Bürgern, sich im Kampf gegen ihre Regierung zu verbünden, im Zeitalter des Internets besser denn je sind. Doch auch die Zensoren rüsten längst technisch auf.

http://www.youtube.com/watch?v=sB5pg2P6oFU

(Mediathek)

Mit:

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10 Jahre KAOS – 10 Jahre Medienaktivismus und Hacking

Ein Buch, das ich gern lesen würde, aber leider nicht kann, weil es italienisch geschrieben und die Aussicht auf Übersetzung eher gering ist: +kaos – 10 anni di mediattivismo e hacking.

Das Technik-Kollektiv hinter noblogs.org und damit annalist hat ein Buch über die 10 Jahre seit seiner Gründung geschrieben (und annalist ist sogar darin erwähnt, hach).

“L’esperienza collettiva di un gruppo di ragazze e ragazzi appassionati di tecnologia e comunicazione che hanno fatto proprio il motto di Primo Moroni “Condividere saperi, senza fondare poteri”.”

(Die gemeinsame Erfahrung einer Gruppe von Männern und Frauen, die sich für Technik und Kommunikation begeistern und sich das Motto von Primo Moroni zu eigen gemacht haben “Wissen teilen, ohne die Grundlage für Macht zu schaffen”)

Ihr könnt es vollständig runterladen als PDF, mobi oder ePub.

Für alle, die italienisch können und auch nur den kleinsten Faible für Hacker-Bewegungen und/oder Medienaktivismus seit 2001 haben, lohnt es sich bestimmt.

Beschrieben werden in eigenen Kapiteln der Vorlauf, also die Jahre 1990 – 2001. (2001 war mit dem G8-Gipfel in Genua eine Zäsur, die wahrscheinlich ihre Spuren bei allen Bewegunen in Italien hinterlassen hat). Hacktivismus gab es aber auch schon vorher. Dann die Jahre 2001 – 2006 mit dem bewussten G8-Gipfel, aber auch dem Europäischen Sozialforum, Problemen mit der Justiz und schließlich dem Start der Blog-Plattform Noblogs. Im dritten Teil geht es um die Jahre 2006 – 2011, wie die vorigen eingeteilt in die politische Einordnung und die Beschreibung der hacktivistischen Aktivitäten.

Im Unterschied zur eher engen Definition des Hacking in Deutschland gibt es in Italien eine breitere Interpretation. Was hier inzwischen langsam als ‘Politik-‘ bzw. ‘Gesellschafts-Hacking’ akzeptiert wird, gehört dort schon immer selbstverständlich dazu. Hacken ist die intensive Beschäftigung mit allem Möglichen mit dem Ziel, es zu verstehen, auseinanderzunehmen und anders wieder zusammenzusetzen. Oder sich zumindest dazu in die Lage zu versetzen. Das hat eine ziemlich stabile Grundlage für Kooperation zwischen Techies und politischen und sozialen Bewegungen geschaffen, mit einem sehr stabilen queer-feministischen Standbein. Ein bisschen mehr davon würde ich mir hier auch wünschen.

Vielleicht gibt es ja doch mal eine Übersetzung.

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Update – FBI bringt heimlich Riseup-Server zurück (Video)

Neues vom vom FBI beschlagnahmten Riseup/May First/ECN-Server:

Erst wurde er ohne weitere Benachrichtigung mitgenommen, jetzt hat das FBI ihn heimlich zurückgestellt. Allerdings gab es inzwischen eine Kamera, die das Geschehen in der Server-Farm beobachtete. Die Aufnahme hat May First letzte Woche veröffentlicht:

Bei archive.org oder YouTube (mit adäquater Musik)

May First hat den Server inzwischen natürlich wieder aus dem Betrieb genommen und untersucht ihn aktuell.

Der EFF hat ebenfalls verschiedene neue Informationen:

Inzwischen ist klar, dass die Beschlagnahmung des Servers, auf dem ein anonymer Remailing-Service lief, m angeblichen Grund für die Beschlagnahmung nichts geändert hat. Die Uni Pittsburgh bekommt weiterhin Bombendrohungen.

Dass auf dem Server lediglich der Remailer installiert war, der keinerlei Aufschluss über die Nutzer zulässt, wusste das FBI auch schon vor der Beschlagnahmung, erklärt der EFF. Inzwischen gibt es auch den richterlichen Beschluss (PDF).

Unbegründete Beschlagnahmungen von Hardware durch das FBI und andere US-Behörden beschäftigen den EFF auch in anderen Fällen. Im März wurde das FBI verurteilt, $100.000 an den Long Haul Infoshops in Berkeley zu zahlen.

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