Über Muppets haben wir in letzter Zeit viel gehört. Und was passiert, wenn Muppets und komplizierte technische Geräte zusammen kommen?
http://www.youtube.com/watch?v=8CrySouTiQk
thx to Rivva
Vor zwei Wochen lief im ZDF mitten in der Nacht die Dokumentation "Der gläserne Deutsche". Weil ich wusste, dass irgendwo im hinteren Teil Andrej über unsere Überwachung und die Auswirkungen davon zu Wort kommt – samt Originalbildern aus unserer Wohnung! – , habe ich nicht alles wirklich gründlich gesehen. Insgesamt wirkt es aber wie eine ziemlich aufwendige Recherche mit guten Geschichten zu diversen Aspekten des Themas Überwachung: in Betrieben, gegen Gewerkschafter, durch Datenhandel oder RFID-Chips. Und eben Anti-Terror-Hysterie.
Noch ist sie in der ZDF-Mediathek zu sehen (bei netzpolitik.org gibt es Tips, wie Videos da rausgeholt werden können). Bei YouTube gibt’s das Ganze in fünf Teilen. Die beiden letzten, in denen Andrej zu Wort kommt, gibt es hier. Teil eins, zwei und drei dort. Bei archive.org auch zum Anklicken, als mp4 (186mb), wmv (507mb) oder ogv (179mb)
http://www.youtube.com/watch?v=C8bO-AorifA
Sagen Sie nichts. Bewegen Sie sich nicht. Sie ahnen es vielleicht nicht, aber direkt neben Ihnen könnte im nächsten Moment ein terroristischer Anschlag verübt werden.
Der neue TESAT-Report ist draußen, der "EU Terrorism Situation and Trend Report 2009. Und der ist nicht von irgendwem, sondern von unser aller oberster Polizei-Behörde Europol.
2008 wurden in den EU-Mitgliedsstaaten 515 Terror-Anschläge verübt. 1009 Terroristen wurden festgenommen.
Sie haben davon nichts gemerkt? Das bedeutet gar nichts. Das zeigt nur, wie gefährlich die sind.
Im Ernst: unbedingt lesen, eine Stilblüte nach der anderen:
Terrorism continues to impact on the lives of EU citizens, both inside and outside of the EU. In 2008, four people, including a law enforcement officer, died in the EU as a result of terrorist attacks that were carried out by ETA in Spain.
The use of the Internet has become pivotal in all types of terrorism. It offers anonymity in the exchange of information, making it easy for these organisations to communicate and spread propaganda.
Right-wing terrorist attacks were not reported in 2008.
Women play an important role as associates in supporting terrorist organisations (translating texts on websites, providing their names for subscriber registration, acting as couriers, spreading propaganda, arranging marriages of convenience, etc.). Their contribution should not be underestimated.
Bild: ЕленАндреа, cc-Lizenz
Hach, vorbei.
Zwei Wochen auf diesem Hügelchen da, zugegebenermaßen in der Toskana. Nix Internet, dafür Esel, Olivenbäume, Kinderspielplatz ohne Grenzen. Und das Essen..
<Werbeblock>Wer das auch mal haben will, bei netten Leuten, eine Stunde vom Meer und direkt neben dem Monte Amiata: hier entlang. </Werbeblock>.
Und so haben wir mal gelesen, so wie früher, Bücher, auf Papier. Eins davon war, endlich, "A Most Wanted Man" von John Le Carré (zu deutsch: "Marionetten"), seit dem "Ewigen Gärtner" sowieso mein favorisierter Krimiautor. Der Verfassungsschutz ist ja nicht erst seit dem Tatort kürzlich gern genommenes Thema. Ähnlich wie bei der Finanzkrise bleibt es schwierig, fiktiv an der Realität vorbei zu kommen.
Auch heute im mg-Verfahren offenbar wieder ganz hinreißend.
Im Most Wanted Man drängeln sich diverse Geheimdienste darum, in Hamburg rechtzeitig einen islamistischen Terroristen zu erwischen, bevor die ganze Hansestadt in die Luft geht und wenig überraschend war der Terrorist dann doch gar keiner. Le Carré selber sagt, das Thema seien Extraordinary Renditions:
http://video.google.com/googleplayer.swf?docId=-9216284768110691914
Lesen Sie selbst (und kauft bei den wenigen noch überlebenden guten Buchhandlungen und NICHT bei Amazon!).
Jetzt wirklich: wir sind in den Osterferien. Kommentare werden nachher abgeschaltet und Neues gibt’s erst wieder nach dem 19.4.
Viel Spaß beim Eiersuchen!
Gegen die Langeweile noch ein paar Lesetips aus der letzten Woche:
annalist.noblogs.org ist wieder da – offensichtlich.
Ein Server von noblogs.org, der Blog-Plattform von annalist, war ausgefallen. Soweit ich sehe, war die Ursache rein technischer Natur. Es sind hie und da Fragen in Blogs und Mikroblogs aufgetaucht, was die Ursache für’s Verschwinden von annalist gewesen sein könnte. Gut zu wissen, dass annalist nicht unbemerkt verschwinden würde, wenn es mal andere als technische Gründe gäbe.
Und falls es gleich nochmal passieren sollte, kündige ich schonmal an, dass wir ab morgen für zwei Wochen mit unseren Kindern weitgehend internetfreie Osterferien machen und annalist dann sowieso vorübergehend geschlossen wird. Wer noch dringend einen Kommentar loswerden will: jetzt ist die Gelegenheit.
Die Electronic Frontier Foundation hat die Website Surveillance Self-Defense gestartet mit dem Ziel
die amerkanische Öffentlichkeit über Gesetze und Technologien aufzuklären, die in den USA für Überwachung durch die Regierung genutzt werden, um Informationen und Methoden zur Verfügung zu stellen, die nötig sind, um das Ausmaß an Bedrohung durch Überwachung einschätzen zu können und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um sich zu verteidigen.
Ich bin ganz zuversichtlich, dass das auch für die nicht-amerkanische Öffentlichkeit eine hilfreiche Sache ist. Im Detail geht es um Risikobewertung, Überwachung der Kommunikation, Daten auf dem eigenen Computer, Informationen, die von Dritten gespeichert werden, Geheimdienste und Terrorismus-Verfahren und schliesslich Technologien, um sich zu schützen.
Ich werde bei der SIGINT 09 im Mai in Köln über das Leben mit Überwachung reden, habe ich heute per Mail bestätigt bekommen, schön. Die SIGINT ist eine
Konferenz über den Diskurs im digitalen Zeitalter, veranstaltet vom
Chaos Computer Club, einer der größten und einflussreichsten
Hackerorganisationen Europas. Ihr erklärtes Ziel ist es, diejenigen
zusammen zu bringen, zu überraschen und zu erleuchten, die sich für
spielerischen und intelligenten Umgang mit Computern, Netzwerken,
Kunst, Politik und Gesellschaft interessieren. SIGINT dreht sich um
Mitwirkung und darum, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Die Frist für das Einreichen von Vorschlägen für Talks ist abgelaufen, aber es werden noch Leute gesucht, die Workshops, Lightning Talks oder Stände machen wollen!
Die britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch ist eine unersetzliche Quelle von Material für alle, die sich mit Innerer Sicherheit, Grund- und Bürgerrechten und Polizeiangelegenheiten aller Art beschäftigen.
Im März fand ich in den Statewatch News z.B.:
Das BKA lügt. Das wird jetzt niemanden besonders überraschen. Ein paar pikante Details sind heute von den Anwältinnen im mg-Verfahren ans Tageslicht geholt worden.
Hintergrund: die militante gruppe (mg) hat nicht nur selber reichlich und lange Texte geschrieben, sondern auch dazu aufgefordert, sich an einer sog. ‚Militanzdebatte‘ zu beteiligen. AutorInnen namens „Die zwei von der Muppetshow“ beteiligten sich daran. Auf die Frage, ob er wisse, wer das sei, verneinte der heute in Moabit vernommene Zeuge Damm vom BKA.
Offenbar waren aber in die Akten der AnwältInnen ein paar Sachen geraten, die das BKA eigentlich für sich behalten wollte: u.a. der Vermerk
Nur für die Handakte: Der Text wurde vom BKA verfasst und an die Interim versandt, um eine Reaktion bei der „militante gruppe (mg)“ zu provozieren und gleichzeitig auf die Homepage des BKA (Homepageüberwachung) hinzuweisen.
Als ihm das präsentiert wurde, musste er dann zugeben, dass er doch wusste, von wem der war. Und auch noch ein anderer Text.