Jetzt erobern die Frauen das Internet

So der Untertitel des neuen Wochenthemas des Freitag. Ob das mit der nahenden re:publica zu tun hat? Jedenfalls: Ich bin gespannt auf kommende Eroberungen. (Jetzt? Und bisher?)

„Wir sind das Netz“, sowohl  Titel-, als auch Wochenthema, gefällt mir natürlich. Es geht um Sichtbarkeit im und aktive Beteiligung von Frauen am Netz, ein Thema, das mich auch immer wieder beschäftigt. Lesen, bitte!

Alpha-Surferinnen
Wir sind das Netz
Ohne es zu wollen, bestärken Männer wie Frauen den Mythos, das Internet sei ein digitaler Männerspielplatz. Angewandte Heldinnenforschung kann das ändern. Ein Vorschlag
Von Katrin Rönicke

Im Gespräch
„Wikipedia ist nur dann gut, wenn sie bunt ist“
Wikimedia-Geschäftsführerin Sue Gardner sagt: Die Online-Enzyklopädie wird nur mit mehr Autorinnen besser
Von Susanne Klingner

Fremdklicken
Schade, was das Netz so verpasst
Wer nur Blogs von kräftigen, weißen Jungs lesen will, kann sich an den deutschen Blogger-Charts orientieren. Für alle anderen gibt’s diesen Text
Von Barbara Streidl

Hintergrund
Das sind wir
Katrin Rönicke, Susanne Klingner und Barbara Streidel haben ein neues Projekt begonnen. Wer und was hinter fraulila.de steckt

Von allen vier Beiträgen bin ich sehr angetan und freue mich umso mehr auf Echtlebentreffen (netzdeutsch: real life meetings) nächste Woche.

(Was online nicht zu sehen ist und das Ganze nachhaltig konterkariert, ist die großformatige Illustration in der Printausgabe. Naja. Sex sells?)

Internetsperren vom Tisch

Falls es irgendwer noch nicht gehört haben sollte: die Bundesregierung hat mal eben, über Nacht, das Projekt Internetsperren gekippt. Also die vielfach durch den Kakao gezogenen ‚Stopp-Schilder‘ vor Websites, auf denen Vergewaltigungen von Kindern dargestellt werden.

Ich würde mich nicht dazu versteigen zu behaupten, die Einsicht habe sich durchgesetzt, dass es doch sinnvoller ist, solche Website komplett zu löschen, aber – Tusch! – gewonnen haben wir doch.

Und „Wir“ ist hier übrigens nicht die FDP, auch wenn das in den Qualitätsmedien so aussieht. Wir ist diese neuartige soziale Bewegung, die zu heterogen ist, um mit einem Adjektiv beschrieben werden zu können. ‚Netzpolitisch‘ ist jedenfalls nicht falsch. Ein großer Blumenstrauß geht an die AktivistInnen des AK Zensur. Welche andere Bewegung hat in so kurzer Zeit mehrere Herzensangelegenheiten der jeweiligen Bundesregierung abserviert?

Es war nicht wirklich damit zu rechnen, dass die halbtote FDP sich jetzt gerade mit irgendwas gegen die Union durchsetzt. Umso interessanter die Frage, was sie dafür eingetauscht hat, ihr Image als Bürgerrechtspartei ein bisschen poliert zu haben. Der neue Innenminister, dessen Namen wir noch nicht richtig können, wird das nicht auf sich sitzen lassen.

Mit zum Paket gehört wohl die Visa-Warndatei – Flüchtlinge und die, die ihnen helfen, haben eine kleinere Lobby als der Datenschutz. Gut beschrieben ist das in Warum die Visa-Warndatei eine Schweinerei ist von Metronaut.

Noch lesenwert zum Thema:

netzpolitik.org: Kommentar: Netzsperren sind erstmal beerdigt

Torsten Kleinz weist darauf hin, dass das die Entscheidung nicht nur Anlass zur Freude ist, sondern Drei verpasste Jahre im Kampf gegen die Vergewaltigung von Kindern.

Die Datenvisualisierung So you still think the internet ist free…