Ich bin keine Spiele-Expertin und gebe gern zu, dass ich spielen per Computer noch nie mochte. Meine Abneigung (emotional, nicht rational) gegenüber blutrünstigen Spielen brachte mir bei einer CCC-Konferenz schon die freundliche Empfehlung eines Nerds, doch mal eine Therapie zu machen. Das hat mich nicht aufgeschlossener werden lassen.
"Hey Baby" wirkt auf den ersten Blick wie ein schlecht gemachter Ego-Shooter für die stereotype männerhassende Emanze. Die Spielfigur läuft durch Straßen, wird auf unterschiedliche Weise von Männern angesprochen und hat die Auswahl, sie entweder über den Haufen zu schießen oder mit pinken Herzen zu überschütten.
Hey Baby kann online gespielt und auch, mit zusätzlichen Features (Crazy action! More enemies! More blood!), bestellt werden.
Seth Schiesel, einer der Spiele-Reviewer der New York Times, hat es ausprobiert und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen. Auch sein erster Eindruck war: das wurde zum Ausleben von Rachegefühlen entwickelt, die nach ständiger Anmache auf der Straße bei Frauen entstehen. Nach ein paar Stunden (!) hatte er seine Meinung geändert und glaubt inzwischen, dass das Spiel eigentlich für Männer gemacht wurde. Die nämlich in der Regel die Erfahrung von Frauen auf der Straße schlecht nachempfinden können.
Mal wieder ein Ausflug in mein "anderes" Thema. Im Juni gab es in Hattingen ein Vernetzungstreffen von Frauen, die auf unterschiedliche Weise im Netz unterwegs sind. Ein Resultat des Postgender-Irrsinns der Piratenpartei, der schrägen Chats bei der re:publica (wo sind eigentlich hier die Kommentare hin?), des aufsehenerregenden Getwitters bei der Sigint über ein Feminismus-Panel, und und..
Ein guter Überblick zum Stand der Dinge (und das sage ich nicht, weil ich auch zitiert werde). Es geht los bem Kongress des CCC 1988 und endet bei den oben beschriebenen letzten 'Vorkommnissen'. Außerdem: Gewaltandrohungen, spezifische Moderationsanforderungen bei feministischen Websites, Zugang zu Technik und ein paar Ideen zur Verbesserung der Misere.
Ganz ausnahmsweise hier mal die Kopie eines Artikels, der am 17.7. in der jungen Welt erschien, die nicht alle ihre Artikel frei zugänglich im Netz hat. Eine Erinnerung von Markus Mohr an eine in den Nachrufen unterbelichtete Seite von Fritz Teufel.
Unmittelbares Bedürfnis
Warum Fritz Teufel einmal einem Bundesanwalt einen Fausthieb verpaßte
Am Samstag, den 21. Mai 1977 wurden Ronald Fritzsch, Gerald Klöpper,
Till Meyer, Ralf Reinders, Andreas Vogel und Fritz Teufel morgens aus
der U-Haft in Berlin-Moabit ins Polizeipräsidium am Tempelhofer Damm
verbracht. Die »Sechserbande« aus der »Bewegung 2. Juni« wurde
beschuldigt, den CDU-Politiker Peter Lorenz entführt zu haben. Da die
Ermittler große Beweisnot litten, verfielen sie auf den Einfall, die
Beschuldigten sage und schreibe 140 Zeugen vorzuführen. Auf Beschluß von
Horst Kuhn, Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof, sollte das »auch
gegen den Willen der Beschuldigten, erforderlichenfalls unter Anwendung
unmittelbaren Zwanges« erfolgen. Bei Reinders, Vogel und Teufel sei »die
Haar- und Barttracht (...) zum Zwecke der Gegenüberstellung« so zu
ändern, »daß das Aussehen der Beschuldigten wieder dem zur Zeit ihrer
Festnahme entspricht«, verfügte Kuhn. Auf zwei lange Tage war die Sache
angesetzt, »die Fesselung der Beschuldigten« durchweg gestattet.
Gewieft, wie sich Ermittlungsrichter Kuhn vorkam, sah er von einer
»vorherigen Anhörung« zum Zwangsvorführungsprogramm ab, »weil dadurch
der Zweck der geplanten Maßnahmen gefährdet würde«.
Schließer und Polizeibeamte nutzten die Gelegenheit, ihr Mütchen an den
Genossen zu kühlen. Als die Gefangenen sich ihrer Überführung
widersetzten, erhielten sie Schläge in die Nieren. Haarbüschel wurden
ausgerissen. Bei der Vorführung auf dem Präsidium standen dann hinter
jedem Gefangenen mehrere Polizisten. Ein Beamter hielt den Kopf fest,
ein anderer hantierte mit einer am Handgelenk befestigten Knebelkette.
Versuchten die Gefangenen, den Kopf zu senken oder die Augen zu
schließen, wurden die Knebelketten in drastischer Weise zugeschnürt.
»Na, gib ihm doch!« riefen die Polizisten. »Dreh mal fester– guck mal,
wie schön meiner steht!« oder: »Zwei Umdrehungen sind noch drin,
Fritze!« Die Hände einiger Gefangener liefen blau an. Bei Reinders
platzte die Haut in Richtung Ellenbogen auf. Er blutete stark.
Nochmal ganz vielen Dank für die vielen, vielen, vielen guten Wünsche. Das tut gut und freut uns und macht hoffentlich auch denen Mut, die mit ähnlichen Problemen nicht so im Rampenlicht stehen.
Großes Danke auch nochmal an Christina Clemm und Volker Ratzmann, Andrejs AnwältInnen, und an die, die bei den juristischen Feinheiten geholfen haben.
An das Einstellungsbündnis und an alle, die die Öffentlichkeitsarbeit gemacht haben. An alle, die Geld gespendet haben. An alle, die darüber geschrieben und gepostet, Audios und Videos produziert, Filme gemacht haben. An die, die auf unsere Kinder aufgepasst haben, wenn wir mit dem Verfahren beschäftigt waren. An alle, die für die Einstellung auf die Straße gegangen sind und an die, die auf uns aufgepasst haben.
An unsere Eltern für sehr starke Nerven und viel Unterstützung.
An unsere Freunde und Freundinnen, die viel stehen und liegen gelassen haben, um uns zu helfen.
An Andrejs große Tochter, die jetzt hoffentlich viel entspannter einen großen Geburtstag feiern kann.
An unsere Kinder, die das alles ausgehalten haben und fröhlich geblieben sind.
Wir haben heute abend die Nachricht erhalten, dass der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof das Verfahren nach §129 StGB gegen Andrej Holm am 5. Juli nach §170, Abs. 2, S.1 StPO, eingestellt hat.
Endlich.
Fast vier Jahre Überwachung, fast drei Jahre nach der Festnahme im Juli 2007. Es war lange Zeit.
Vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben.
Mehr demnächst.
Jetzt mit Pressemitteilung:
Berlin, 13. Juli 2010
Einstellung der §129-Ermittlungen
gegen Andrej Holm
Mit
einem auf den 5. Juli datierten Einstellungsvermerk hat die
Bundesanwaltschaft (BAW) das Ermittlungsverfahren wegen
Mitgliedschaft in der 'militanten gruppe (mg)' gegen den Berliner
Sozialwissenschaftler Dr. Andrej Holm eingestellt.
Im
Schreiben der zuständigen Staatsanwältin heißt es: "Die
Ermittlungen haben den gegen den Beschuldigten bestehenden
Anfangsverdacht der Mitgliedschaft einer kriminellen Vereinigung oder
ihrer Unterstützung nicht erhärtet." Damit ist das letzte
bekannte Ermittlungsverfahren gegen angebliche Mitglieder der
'militanten gruppe (mg)' eingestellt. In den letzten Jahren hat die
BAW gegen über 40 Beschuldigte aus der linken Szene erfolglos
ermittelt. Mehrfach rügte der Bundesgerichtshof (BGH) rechtswidrige
Ermittlungsmethoden; so verfügte der BGH im Sommer 2007 auch die
Entlassung Holms aus der Untersuchungshaft. Das Verfahren gegen ihn
sowie drei seiner Kollegen und Freunde hatte zu internationalen
Protesten geführt, da sie u.a. mit der beruflichen Praxis des
Wissenschaftlers begründet worden waren.
Seine
Verteidigerin Christina Clemm: „Dieser Schritt war längst
überfällig. Man hätte dieses Ermittlungsverfahren nie eröffnen
dürfen, geschweige denn Dr. Holm in Untersuchungshaft nehmen dürfen.
Dass es - obwohl es niemals einen hinreichenden Tatverdacht gegen ihn
gegeben hat - erst jetzt, 3 Jahre nach Aufhebung des Haftbefehls
durch den BGH, eingestellt wurde, ist ein weiteres Beispiel dafür,
dass man diese Verfahren sachfremd geführt hat. Verfahren gem. §§
129 ff StGB werden dazu genutzt, linke Gruppen und Milieus zu
überwachen. Das Interesse des einzelnen, vor staatlicher Überwachung
und Willkür geschützt zu werden, berücksichtigt die
Bundesanwaltschaft nicht.“
Auch
Anwalt Volker Ratzmann verweist auf die Dauer des Verfahrens:
„Offenbar braucht die Bundesanwaltschaft länger, wenn es um die
Einschätzung der Rechtmäßigkeit ihrer Ermittlungen
geht. Eine Ermittlung, bei der ein Haftbefehl mit Bibliotheksbesuchen
begründet wurde, konnte aber kein anderes Ende finden.“
Arthur
Schüler vom Berliner Bündnis für die Einstellung der
§129(a)-Verfahren unterstreicht die negativen Folgen der
hinausgezögerten Einstellung für die drei Berliner, die Mitte
Oktober 2009 in erster Instanz wegen Mitgliedschaft in der
“militanten gruppe“ verurteilt wurden: "Die
Verzögerungstaktik im gesonderten Verfahren gegen Andrej war
offensichtlich von dem Interesse geleitet, das Urteil gegen Axel,
Florian und Oliver nicht zu gefährden, und der Verteidigung keine
zusätzlichen Argumente für die laufende Revision zu liefern.“
Rechtsanwältin
Christina Clemm
030/25293336 oder
0176/21936901
Rechtsanwalt
und Fraktionsvorsitzender der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im
Berliner Abgeordnetenhaus Volker Ratzmann
Das is überhaupt nicht selbstverständlich in dieser Zeit und ich bin sehr froh darüber. Mit der Idee, dass die Kennzeichnungspflicht die Lösung des Problems sei, bin ich nicht ganz einverstanden, denn das schützt ja niemanden davor, dass die BeamtInnen weiter füreinander aussagen und die Gerichte sonst niemandem glauben. Aber es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Und Amnesty fordert ja nicht nur die Kennzeichnungspflicht, sondern außerdem
unabhängige Untersuchungskommissionen wie in anderen europäischen Ländern
Dokumentation durch Videoaufzeichnungen in Polizeirevieren. (Hm. Ich weiß nicht. Da hätte ich gern ein paar Erfahrungsberichte)
Andreas Förster hat für die Berliner Zeitung einen alten, ziemlich spektakulären, Fall von Polizeigewalt ausgegraben. So spektakulär ist er eigentlich gar nicht, eher gewöhnlich. Das Spektakuläre ist, dass es eine Aufnahme gibt, mit der ausnahmsweise belegbar ist, was tatsächlich stattgefunden hat.
Linke Gewalt gegen die Polizei ist wieder in aller Munde. Dass der statistische Anstieg in der Regel die Folge davon ist, dass Opfer von Gewalt durch die Polizei auch Anzeigen wegen Widerstands gegen die Polizei kriegen, ist den meisten QualitätsjournalistInnen zu kompliziert.
Die Anzeigen wegen Körperverletzung gegen die gewalttätigen PolizistInnen werden eingestellt, weil die Polizeizeugen einstimmig für ihre KollegInnen aussagen und die ZeugInnen der Opfer entweder nicht aussagen wollen (weil sie weitere Repressalien befürchten) oder aber also nicht glaubwürdig eingestuft werden. Dazu demnächst noch mehr.
Im August 2006 wird ein Mann bei einer Demonstration gegen Nazis in der Wisbyer Straße in Berlin-Pankow so schwer verprügelt, dass er mit Schädelbruch bewusstlos im Krankenhaus landet. Im Juli 2007 wird er wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und versuchter Körperverletzung zu einem Jahr und fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er sei vermummt gewesen, habe einen Stein in der Hand gehalten, sei auf Polizisten losgestürmt.
Könntet Ihr mal nachgucken, ob bei Eurem Handy SMS von der Nummer 0123456789 eingegangen sind? Oder sonst von unbekannten Nummern? Mindestens Nokia-Handys haben ein sog. Protokollverzeichnis, wo sich sowas erkennen lässt. Dort wäre dann auch zu erkennen, dass direkt nach Eingang der SMS Daten von Eurem Handy abgeschickt wurden.
Das wäre dann der Hinweis auf Überwachungsmaßnahmen in Form von stillen SMS. Der Hamburger Andreas Blechschmidt beobachtete genau das bei seinem Nokia 5700 mit O2-Vertrag. O2 ist ja schonmal mit sowas aufgefallen: das gerade vom BGH als schon unrechtmäßig eingeleitet festgestellte mg-Verfahren wurde überhaupt nur bekannt, weil bei einem der Betroffenen seltsame SMS auf der O2-Rechnung verzeichnet waren und ihm also die Überwachung auch noch in Rechnung gestellt wurde.
Für weitere Beobachtungen dieser Art - mit anderen Handy-Herstellern, anderen Verträgen, anderen Phänomenen - ist hier in den Kommentaren ganz viel Platz. Bitte aber beschränkt auf tatsächliche Beobachtungen jenseits vom Knacken in der Leitung.
Auch noch interessieren würde mich, welche anderen Handys nachvollziebar Datentransfers protokollieren. Das wäre eine SEHR schöne Option für gut platziertes Sponsoring: wir würden das wahnsinnig gern mal ausprobieren! Und selbstverständlich darüber schreiben!
Gewissermaßen insgeheim beschäftigt sich auch die SPD mit
Linksextremismus. Anfang Juni hat die SPD-Fraktion eine Kleine
Anfrage an die Bundesregierung gerichtet, um rauszukriegen, was
diese Programme gegen Linksextremismus genau sind und wie die Regierung
den Begriff definiert.
Gute Sache, leider findet sich dazu nichts
auf der Website der SPD-Fraktion. Lediglich auf der Homepage von Sönke
Rix wird sie erwähnt.
Was ist aus 'Tu Gutes und sprich darüber' geworden?
Ich rede
jetzt darüber, so schön ausführlich machen die das ja nicht immer.
Die Bundesregierung hat am 28.
Juni geantwortet. Schonmal vorweg: alle, auf die diese Definition(en) nicht passen, können sich als Angehörige einer feinen kleinen Minderheit glücklich schätzen.
Here we go.
Zur Begriffsdefinition vermeidet die Antwort
intellektuelles Geschwafel und bleibt bürgernah:
Mit
dem Begriff Linksextremismus werden nach übereinstimmender Definition
der Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder Bestrebungen von
Personenzusammenschlüssen bezeichnet, die an Stelle der bestehenden
Staats und Gesellschaftsordnung eine sozialistische bzw. kommunistische
Gesellschaft oder eine „herrschaftsfreie“, anarchistische Gesellschaft
etablieren wollen und ihr politisches Handeln an
revolutionär-marxistischen oder anarchistischen Ideologien orientieren.
Der Spiegel hat der obersten Anwältin des Landes mal wieder eins übergebrezelt. In der neuen Ausgabe (S. 36) wird mit Bezug auf die BGH-Entscheidung zur Überwachung angeblicher mg-Mitglieder kräftig nachgetreten. Es entsteht ein bisschen der Eindruck, die Dame mit der putzigen Max-und-Moritz-Frisur stünde kurz vor dem unfreiwilligen Rücktritt. Was ja nicht das schlechteste wäre. Allein der Untertitel:
Der Bundesgerichtshof wirft der Bundesanwaltschaft unangemessene Härte bei Ermittlungen gegen linke Gruppen vor. Auch in Berlin ist Generalbundesanwältin Monika Harms isoliert.
Bitte ein Weilchen auf der Zunge zergehen lassen.
Ich wäre jetzt gern mal Mäuschen bei Regierungsrunden im Bereich Innenpolitik: Die Justizministerin, die ja bekanntlich schonmal wegen des großen Lauschangriffs zurückgetreten ist, versucht liberale Mindeststandards anzupeilen. Die Familienministerin richtet Programme gegen "Linksextremisten" ein. Der BGH erklärt laut und deutlich, dass die Verfolgung von Linken gefälligst wenigstens den Anschein erwecken sollte, sich im rechtstaatlichen Rahmen zu bewegen und sich die Damen und Herren Linkenfresser mal wieder ein bisschen einkriegen sollen. Der Innenminister spielt mit seinem iPhone und möchte von den Leuten wieder liebgehabt werden, die für Freiheit statt Sicherheit sind. Die Kanzlerin hat genug andere Baustellen und will Ruhe im Laden. Die verstehen sich bestimmt alle prima.
Der Spiegel zum neuen BGH-Beschluss:
Der Beschluss ist der vorläufige Höhepunkt in einer Serie von
Belehrungen, Rügen und Korrekturen, die die Bundesanwaltschaft seit dem
Amtsantritt von Monika Harms 2006 einstecken musste. Vor allem bei
Verfahren gegen die linke Szene werfen die Richter den Ermittlern
übertriebene Härte vor, in diversen Fällen seien die Bundesanwälte über
das Ziel hinausgeschossen.(...) Dass sich Harms, die anfangs so forsche Generalbundesanwältin, mehr und
mehr ins Abseits ermittelt hat, dämmert auch der Bundesregierung.
Das Innenministerium plant ein Aussteigerprogramm für Linksextremisten, weiß der Focus, der in so Sachen in der Regel gut informiert ist. Details gibt es leider noch nicht, außer
Die Hotline für Linksradikale wird im Herbst freigeschaltet.
Interessant wäre, ob das auf dem Mist der Familienministerin gewachsen ist, die viel lieber Extremismusministerin wäre. Die träumt schon länger davon. Zuständig ist ja eigentlich Herr de Maiziere, Innenminister, aber der brütet wahrscheinlich noch über den Widersprüchen, die sich auftun, wenn man sich an die NetzbewohnerInnen ranschmeißen und gleichzeitig für Sicherheit und Ordnung sorgen will.
Der Berliner Innensenator Körting ist auch nicht abgeneigt, glaubt aber nicht recht an den Erfolg davon. Wo sonst, warum und wie, war nicht in Erfahrung zu bringen. Liebe SozialdemokratInnen, wenn Ihr mehr wisst..
Die Zeichen der Zeit erkannt hat Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, die gern mitmachen möchte beim Aussteigerprogramm - wer vom VS beobachtet wird, hat sich ja sicher qualifiziert? Mal sehen, was sie aus ihr machen.
Ich jedenfalls freue mich auf die erste Homestory über Daniel, 22, Berlin-Neukölln, der früher Autos für die Weltrevolution anzündete, irgendwann das Feuerzeug weglegte, von seinen Kumpels das vegane Essen weggenommen bekam und sich nur noch über die BMI-Hotline zu helfen wusste. Zwei Jahre in der Fleischerei in Passau und jetzt ist er wieder ein überzeugter Staatsbürger!
Offenbar gehört es zum guten Ton, das Flattr-Expriment ein bisschen zu dokumentieren.
Ganz genau habe ich noch nicht verstanden warum, aber vielleicht hilft's ja. Ich reihe mich jetzt mal eher am unteren Ende der Listen ein. Irgendwie scheint das Web 2.0 doch immer wieder dazu zu verführen, ordentliche Listen zu erstellen, die der Orientierung dienen sollen. Ich finde andere Formen grafischer Darstellungen, die unterschiedliche Faktoren miteinander verknüpfen, oft aussagekräftiger.
Wie dem auch sei:
Bei annalist wurden laut 'Revenue Report' im Juni 15 Artikel plus der/das Blog als ganzes geflattert. Die Artikel haben 16,65 Euro auf's Flattr-Konto gespült, der/das Blog für sich nochmal 10,84 Euro.
Macht zusammen 27,49 Euro
Vier Artikel haben die Ein-Euro-Grenze überwunden, davon hat einer mit 24 Flattr-Klicks und 4,85 Euro deutlich vom Fefe-Faktor profitiert. Insgesamt ist der Artikel knapp 13.000 mal geklickt worden, da sind 24 Flattrs dann doch wieder relativ übersichtlich.
Vorläufig unklar ist mir, warum Flattr dann als 'Revenue' für Juni nur €13,02 angibt?
Und was ich auch gern wüsste: Lantzschi hat beschrieben, dass es jetzt auch die Möglichkeit gebe, die Einnahmen direkt aufs Ausgabenkonto zu verschieben, um nicht ständig die pappigen Paypal-Gebühren zahlen zu müssen. Das habe ich noch nicht gefunden: wie geht das?
Nichts derzeit. Wir lassen uns aber gern einladen, z.B. um den Film "Gefährder" vorzustellen.
Ideen?
Wer Themen, Links, Ideen hat, über die ich hier schreiben sollte, kann die gern schicken. Ich verspreche nicht, alle aufzunehmen (das hat auch mit Zeitmangel zu tun), aber ich freue mich auf jeden Fall.
Ausgewählte Tweets
Anne Roth
Ich lebe in Berlin, bin Medienaktivistin, Journalistin, Mutter zweier Kinder und seit Juli '07 vor allem bekannt als Partnerin von Andrej Holm, der morgens um 7 Uhr in unserer Wohnung als Terrorist festgenommen wurde. Danach begann ich, über das Innenleben einer Terrorismus-Ermittlung zu bloggen (vor allem hier nachzulesen, mehr in der Mediathek). Nch Juli '07 fand die Bundesanwaltschaft nichts, was den Vorwurf erhärtet hätte und ermittelte noch bis zum 5. Juli 2010 weiter. Seit nicht mehr so spürbar ermittelt wurde, schreibe ich über Terrorismus- und Extremismus-Diskurse sowie über Polizeien im allgemeinen und besonderen. Es ist zu befürchten, dass der Verfassungsschutz weiter überwacht.
Das Auge stammt vom Plakat "Europäisches Unterbewusstsein I" der Künstlergruppe bankleer. Mehr darüber hier.
Der Name
'annalist', der Name des Blogs, hat nichts mit meinem Namen zu tun. Ich heiße nicht Anna List. Annalisten wurden im alten Rom die Geschichtsschreiber, oder Chronisten, genannt (von 'Annalen'). Mehr dazu hier.