Splittersprengsatz bei der Berliner Krisendemo. … ?

Während ich über das nächste Artikelchen zum Hype "(Linke) Gewalt gegen die Polizei" nachdenke, tauchen immer mehr Meldungen über eine Explosion bei der Berliner Krisendemo auf. Deutsche Medien berichten über zwei verletzte Polizisten, die stationär ins Krankenhaus mussten (MoPo: Extremisten
werfen Sprengsatz auf Polizisten
), der ORF weiß davon noch nichts: "Nach Angaben der Polizei wurden die Sicherheitskräfte einmal mit
Flaschen, Steinen und Böllern beworfen.
"

Ich war nur am Anfang auf der Demo und weiß nicht, was tatschlich passiert ist. Was ich bisher gelesen habe, ist so sehr vom Standpunkt der Schreibenden geprägt, dass mich das auch nicht wirklich informiert. Ich hoffe, dass sich das bis morgen bessert, obwohl dann auch mit zunehmender Propaganda-Tünche zu rechnen ist, vermutlich von den unterschiedlichsten Seiten.

Mein zweiter Gedanke nach der ersten Überraschung, dass bei dieser anfangs ausgesprochen munter und gelassen wirkenden Demo überhaupt so harte Auseinandersetzungen stattfanden, war: 

Das erinnert mich an die Strategie
der Spannung
. Es gibt seit geraumer Zeit massiven ideologischen
Druck, die Vokabel ‚Extremismus‘ als politischen Kampfbegriff zu
etablieren. Sie löst die vorigen Vehikel ‚Organisierte Kriminalität‘ und
‚Terrorismus‘ ab auf dem Weg zu mehr Überwachung und Kontrolle
und weniger Kritik. Die neue Familienministerin, ehemalige "Extremismus-Expertin"
der CDU, widmet Gelder zur Bekämpfung von Rechtsextremismus um zu
Geldern zur Bekämpfung von Linksextremismus. Das will begründet sein und
das wird es also auch. Wo keine ExtremistInnen sind, werden welche
gemacht.

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Die Polizei-ei-ei..

Bevor wir anfingen, uns mit so Kleinigkeiten zu beschäftigen wie Bundespräsidenten und der bizarren Idee, dass die, die eh nix mehr haben, jetzt die Kosten der Krise übernehmen sollen (Logik?!?), gab es Versuche, ein wenig Mitgefühl für die Polizeien zu stimulieren. Nicht nur müssen sie immerzu DemonstrantInnen verdreschen, sondern kriegen auch selber immer ab. Behaupten manche QualitätsjournalistInnen nach dem Überfliegen einer Studie von Ost-Nazis-sind-die-Folge-von-Ost-Kitas-Pfeiffer.

Cover Exberliner Juni 2010Warum das so schlicht nicht stimmt, haben Bildblog (Gewaltige Unterschiede) und Lafontaine’s Linke (Politik, Medien, Statistik) detailliert aufgedröselt.

Und als ob das nicht reichte, wird jetzt noch das Bild der Polizei im Ausland nachhaltig geschädigt.

Der Exberliner, eine Art Stadtmagazin für TouristInnen und anglophone BerlinerInnen, beteiligt sich aktiv daran, das Image der Polizei in den Dreck zu ziehen (dürfen die das überhaupt?).

Die Juni-Ausgabe hat den Titel

friend or foe? Handcuffed tourists, bullied expats, abused protesters: when Berlin’s police act like thugs

Aus dem Inhalt:

  • Are you living in a "danger zone"?
  • A Berlin cop speaks out
  • Berlin’s police academy.
  • The best German (anti-)police songs
  • Where to watch the World Cup in Berlin
  • Interviews with: Matthias Arndt, Gogol Bordello and Lukas Moodysson.

Ein Artikel aus dem Heft ist auch online lesbar. Er beschreibt unterschiedliche Begegnungen von Nicht-Deutschen mit der Polizei in Berlin.

Im Heft gibt es auch noch eine Karte der aktuellen "gefährlichen Orte" in Berlin. Moabit ist krimineller als Kreuzberg und Neukölln zusammen – das dürfte den Gentrifizierungsdruck auf absehbare Zeit noch einigermaßen im Rahmen halten. 

Was soll ich sagen? Das sind gut investierte € 2,50. Neben dem Inhalt, der sich so in deutschsprachigen Magazinen sicher nicht finden würde, gibt es noch jede Menge Veranstaltungstips & more.

Fefe und die Sachensucher vom Amt

Es gibt Dinge, die sind großartig. Auch, weil sie definitiv niemand glaubte, wenn sie erfunden würden.

Fefe hat eine Vorladung vom Landeskriminalamt Berlin bekommen. Er soll aussagen zu einem Fall von Amtsanmaßung. Per Telefon hat er dann rausgekriegt

Es geht um eine Sache von 2007, und um eine Internetseite, hat etwas
mit "Metronaut" und Andrej Holm zu tun.

"?", dachte sich Fefe. Irgendwas habe auf seiner Website gestanden, sagten sie.

Glücklicherweise wird er viel gelesen, und wer viel liest, denkt viel und weiß viel (gefährlich!) und so hat seine Crowd zusammengetragen, dass er letztes Jahr einen nachgemachten Fahnungsaufruf gepostet hatte. Von dem finden die Damen und Herren von der
Polizei offenbar, er sei der Realität so täuschend ähnlich, dass
das auch als von ihnen stammend missverstanden werden könnte. 

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