Die Polizei-ei-ei..

Bevor wir anfingen, uns mit so Kleinigkeiten zu beschäftigen wie Bundespräsidenten und der bizarren Idee, dass die, die eh nix mehr haben, jetzt die Kosten der Krise übernehmen sollen (Logik?!?), gab es Versuche, ein wenig Mitgefühl für die Polizeien zu stimulieren. Nicht nur müssen sie immerzu DemonstrantInnen verdreschen, sondern kriegen auch selber immer ab. Behaupten manche QualitätsjournalistInnen nach dem Überfliegen einer Studie von Ost-Nazis-sind-die-Folge-von-Ost-Kitas-Pfeiffer.

Cover Exberliner Juni 2010Warum das so schlicht nicht stimmt, haben Bildblog (Gewaltige Unterschiede) und Lafontaine’s Linke (Politik, Medien, Statistik) detailliert aufgedröselt.

Und als ob das nicht reichte, wird jetzt noch das Bild der Polizei im Ausland nachhaltig geschädigt.

Der Exberliner, eine Art Stadtmagazin für TouristInnen und anglophone BerlinerInnen, beteiligt sich aktiv daran, das Image der Polizei in den Dreck zu ziehen (dürfen die das überhaupt?).

Die Juni-Ausgabe hat den Titel

friend or foe? Handcuffed tourists, bullied expats, abused protesters: when Berlin’s police act like thugs

Aus dem Inhalt:

  • Are you living in a "danger zone"?
  • A Berlin cop speaks out
  • Berlin’s police academy.
  • The best German (anti-)police songs
  • Where to watch the World Cup in Berlin
  • Interviews with: Matthias Arndt, Gogol Bordello and Lukas Moodysson.

Ein Artikel aus dem Heft ist auch online lesbar. Er beschreibt unterschiedliche Begegnungen von Nicht-Deutschen mit der Polizei in Berlin.

Im Heft gibt es auch noch eine Karte der aktuellen "gefährlichen Orte" in Berlin. Moabit ist krimineller als Kreuzberg und Neukölln zusammen – das dürfte den Gentrifizierungsdruck auf absehbare Zeit noch einigermaßen im Rahmen halten. 

Was soll ich sagen? Das sind gut investierte € 2,50. Neben dem Inhalt, der sich so in deutschsprachigen Magazinen sicher nicht finden würde, gibt es noch jede Menge Veranstaltungstips & more.

6 thoughts on “Die Polizei-ei-ei..

  1. Der Verband Schweizerischer Polizeibeamter beschwert sich über die misslichen Bedingungen, denen Polizisten bei Grosseinsätzen (WEF, EM, G8) ausgesetzt sind. Zwar fordern sie keine Unterbringung in 5-Sterne Hotels, aber „wie Kaninchen im Käfig“, z.B. in Zivilschutzanlagen, wollen sie denn doch nicht untergebracht werden. Hier ein Auszug aus der Wunschliste des Verbands: «normale Matratzen (kein Camping)» mit Leintuch, Kissen und Duvet, einen Ruheraum, gute sanitäre Anlagen, einen Stuhl und eine Steckdose pro Polizist, drei Mahlzeiten pro Tag, Lunchpakete für 8-Stunden-Einsätze («mit mindestens folgendem Inhalt: 2 Getränke, 1 Frucht, 2 Sandwiches, 1 Schokoladen-Riegel, evtl. 1 gekochtes Ei») sowie Kühlschränke mit Snacks.

  2. Nicht das ich Polizeigewalt befürworte (nein eigentlich gar keine Gewalt), aber klingt für mich wieder typisch nach „Linke hetzen gegen Polizei“. Gerade die „ausländischen“ Demonstraten sind oft extremer und neigen zu extremen Positionen und nutzen jede Gelegenheit um jegliches staatliche Organ schlecht zu reden.

    Es würde schon helfen, wenn man sich auch mal statt nur mit den negativen Polizeikritikern und deren Meinungen, sich auch mal wirklich mit den Menschen die hinter der Uniform stecken zu beschäftigen. Polizisten sind Menschen und wo Menschen sind, werden auch Fehler gemacht …

    Ich hatte z.B. noch auf keiner Demo Probleme mit Polizisten, weder auf einer gegen Rechts, noch auf der FsA, noch auf irgendeiner anderen wo ich war. Man kann sich sogar mit denen unterhalten! Und viele finden das auch gut, für was man demonstriert .. man glaube es kaum.

  3. An wen richtest Du denn Deinen Vorwurf? Im Heft kommt nämlich genau sowas, wie Du da vorgeschlagen hast, vor: A Cop’s Life: an insider’s view.

    Oder an mich, oder allgemein an alle, die gemeint sein könnten?

  4. @anne
    Ich habe den Artikel zu „A Berlin cop speaks out“ nicht gelesen, da er wohl nur in der Zeitschrift vorhanden ist. Aber ich konnte mich des Eindruckes nicht erwehren, dass es sich wieder mal um sinnentleerte Polizeikritik handele ..

    Um deine Frage kurz zu beantworten: Es war an alle gerichtet, die in das Lied gegen die ah so pöse Polizei einstimmen (wollten).

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