Onlinedurchsuchung beim Bundeskriminalamt

In-te-res-san-te Idee.

Dann schiebe ich doch vorsichtshalber mal die Vorbemerkung ein, dass das hier lediglich und vollständig Dokumentationszwecken dient usw. usf. Wobei dazu noch bemerkt gehört, dass auch Telepolis, netzpolitik.org, …Kaffee bei mir? und wer nicht alles auch darüber schrieben.

Die Gruppe data:recollective dreht den Spieß um und lädt anlässlich der Freiheit-statt-Angst-Demo zu einer Schnitzeljagd am 9. September auf den Websites des BKA ein. Es gibt eine gewisse Neigung zu ellenlangem Text, deswegen hier ausschnittsweise:

Rund um die „Freiheit statt Angst“-Demonstration am 11. September 2010 laden wir dazu ein, Analyse, Protest und Widerstand gegen die Zunahme von Überwachung und Kontrolle auch auf den virtuellen Raum auszudehnen.

Am Donnerstag den 9. September wollen wir die Webseiten des Bundeskriminalamts (BKA) besuchen, um uns dort mit einer Schnitzeljagd über deren Verständnis von Freiheit und Bürgerrechten zu informieren.

Auf unserer Webseite http://datarecollective.net veröffentlichen wir kurz vor unserem selbstgewählten Tag der offenen Tür einen Fahrplan mit Handreichungen zur kollektiven Navigation.

Wir haben uns das BKA ausgesucht, weil die Behörde maßgeblich am Umbau der deutschen wie europäischen Sicherheitsarchitektur beteiligt ist. Gern wird hierfür als Begründungszusammenhang ein Kampf gegen Terrorismus, organisierte Kriminalität oder Kinderpornographie ausgerufen.

(…) (…) (…)

Gründe genug also, die Machenschaften des Bundeskriminalamts genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir schlagen vor, den Webseiten der Behörde am Donnerstag den 9. September einen gemeinsamen Besuch abzustatten und in das Antlitz eines Apparates zu blicken, der nach Angaben seines Präsidenten einen „hervorragenden Ruf in aller Welt als kompetenter Partner bei der Kriminalitätsbekämpfung“ genießt.
Auf www.bka.de wollen wir uns umsehen, was das BKA unter „Sicherheit“ versteht und welche Konsequenzen für weltweite Freiheits- und Bürgerrechte daraus absehbar sind.
In den Tagen vor der Durchsuchung werden wir auf unserer Webseite datarecollective.net die Ermittlungsziele bekannt geben. Es ist dabei nicht nötig, in den geschützten Bereich des BKA einzudringen; ein einfacher Browser ist alles, was es zur Teilnahme braucht.

Das BKA ist dafür bekannt, in der Vergangenheit IP-Adressen von Besuchern auf ihrer Webseite gezielt zu protokollieren und in Ermittlungen zu verwenden. Wenn ihr vermeiden wollt dass der digitale Fingerabdruck eures Rechners in die Hände der Verfolgungsbehörden gerät, empfehlen wir euch die Nutzung von Anonymisierungswerkzeugen für eure Browser bzw. Netzwerkverbindungen. Als da wären:

Tor-Netzwerk (verschleiert IP-Adresse)
https://www.torproject.org/index.html.de
http://www1.privacyfoundation.de/handbuch_11.htm

VPN-Tunnel über riseup.net (verschleiert IP-Adresse)
https://we.riseup.net/riseuphelp/testing-personal-vpn

Firefox-Addon NoScript (verhindert Installation von Spyware durch Besuch von Webseiten)
https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/722

In Gänze

6 thoughts on “Onlinedurchsuchung beim Bundeskriminalamt

    • Da ist etwas dumm gelaufen – ich bin anfänger. Ich wollte zwei Links einfügen. Na ja. Ich werde schon herausfinden wie das geht. Sorry für die wohlmöglich Irritation. Ich mach das mit dem Internet noch nicht so lange, bin schon zufrieden mit dem was ich bisher hinbekomme.

  1. Ich finde so eine Aktion ziemlich motivierend, obwohl ich es auch begrüßen würde, wen sie deren Intranet hochnehmen..

    Es sollte vielmehr solche Aktionen und konsequente Leute geben, die unsere Staats-Stasi endlich brechen.

    Was ich als absoluten Witz empfinde, ist die Panikmache um harmlose Dienste wie Google Streetview, während sich genau diejenigen hintenrum im Ausbau der Totalüberwachung betätigen und immer mehr Datenbankbestände zusammen schalten und kombiniert nutzen, die vorneherum über diverse Medien die Panikmache auf Google’s Rücken für ihre Zwecke instrumentalisieren.

    Wenn das so weiter geht, können wir auch gleich mit der Volksrepublik China funsionieren.

    Ich finde auch, daß es Bewegungen geben sollte, die Familien und dergleichen im Umgang mit IT-Technik schulen und ihnen effektiv aufzeigen, wie sie ihre Festplatten verschlüsseln und ihre Identitäten im Internet verschleiern können, um sie vor jeder Art Spionage und vorsätzlicher Abmahnabzocke zu schützen.

    Der Kapitalismus steht ohnehin vorm kompletten Zusammenbruch, was auch die Wahscheinlichkeit einer Bürgeraufstandes immer größer werden läßt, wovor die Regierung und ihre Mitwirkenden immer größere Angst haben.
    Aus diesem Grunde forciert man meiner Auffassung nach auch die Überwachungsmachanismen.. weil sie eine scheiß Angst vorm Zusammenbruch ihres beschissenen schön kaschierten Systems haben..

    In jedem Fall stehen wir vor einem umfassenden System-Wechsel (100 Jahre schwachsinniger Kapitalismus sind ja wohl auch wahrlich genug).
    Die Frage ist nur, inwieweit man Maßnahmen ergreift, dieses notwendigen Wechsel in geordnetem Maße durchzuführen.. oder ob die Spinner in der Regierung solange Eier schaukeln möchten, bis die Leute mit Waffen durch die Straßen laufen, weil sie die Schnauze voll haben von ihrer Lebensrealität..

    Sobald Asien ausgeschöpft ist, können wir in den westlichen Ländern sowieso einpacken.. es sei denn, man besinnt sich wieder der Sklaverei und bedient sich erneut dem afrikanischen Kontinent, um unserer maßlosen Raffgier nachzukommen, wie das bereits in der frühen Epochen der Fall gewesen ist..

    Jeder, der halbwegs logisch denken kann, muß merken, daß dieses System völlig am Ende ist..

    .. und aufgrund dieses Bewußtseins hält man regierungsseitigen Teils massiv an Überwachungsmachanismen fest und versucht, diese schleichend auszubauen..

    Das mag der eine oder andere vielleicht heute als übertrieben ansehen, aber ihr werdet sehen, daß es so oder so ähnlich kommen wird.

  2. Die wollen das BKA dDOS-en? Ja, das klingt nach einer exzellenten Idee, wenn wir ihnen beweisen, dass wir alle 14jährige Scriptkiddies sind, lassen sie uns bestimmt in Ruhe!

    Uh, vielleicht auch noch eMail-Bomben verschicken? Das wär doch bestimmt der Sache total zuträglich, wenn wir alle die eMail-Adresse vom Ziercke in Pornonewsletter eintragen, hihihi…

    Pffff…

  3. @pascal

    Wo haben Sie das denn bitte herausgelesen? Sie machen eine Schnitzeljagd, heißt Versatzstücke finden und dann (vielleicht über twitter) „Erster!“ brüllen. Sollte es dabei tatsächlich zum Kollaps kommen, würde das ja auch die Aktion abbrechen, was bei einer Schnitzeljagd ein bisschen blöd ist.

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