Wir haben einen ganz normalen Abend in Berlin-Mitte verbracht. Erst eine nette kleine Podiumsdiskussion zur Frage, warum es in Mitte zuwenig öffentliche Grundschulen gibt. Unser Sohn wird nächstes Jahr eingeschult und darf nicht in die 200m entfernte Arkonaplatz-Schule, die er mit ein bisschen Übung, über zwei kleine Straßen, auch alleine erreichen könnte. Stattdessen haben wir die großartige Auswahl von doch immerhin drei verschiedenen Schulen in Wedding. Über mind. eine große Straße. Das bewegt nicht nur uns, sondern gleich eine ganze Elterninitiative bestehend aus Leuten, die allesamt nicht über die real weiter existierende Grenze nach Westen bzw. Norden wollen. Was wohl mit dem NdH-Anteil zu tun hat, der irgendwo um die 85% pendelt (schöne Abkürzung für 'KInder nichtdeutscher Herkunft'). Damit hat sich unsere klammheimliche Schadenfreude, bei allem gentrifizierten Elend in Mitte wenigstens dieses Problem nicht zuhaben, erledigt.

 

 

Ziemlich gründlich. Alle, die genug Geld haben, schicken ihre Kinder auf Privatschulen, oder melden sich um (in unserer aktuellen Situation ziemlich schwierig). Nun soll vielleicht eine 'Filial-Schule' am Koppenplatz aufgemacht werden - wie praktisch. Das ist ungefähr genauso weit wie die Weddinger Schulen, und nebenbei wird das Theaterprobenhaus Mitte endgültig an die Luft gesetzt. Die scheinen soweit unter Druck zu stehen, dass sie gestern kleinlaut zustimmten, sogar nach Tiergarten umziehen zu wollen, nur um weiterbestehen zu können. Die Dame vom Bezirk kann an alledem auch nichts ändern. Dass die ganzen Kinder, die in den letzten 5,6 Jahren hier geboren wurden, auch alle bleiben würden, sei ja nicht absehbar gewesen. Und so wurden drei Grundschulen geschlossen, die inzwischen verkauft werden oder langfristig vermietet sind und also auch nicht wieder aufgemacht werden können.

Danach haben wir im Acud 'Ostpunk' gesehen, gar nicht so laut und furchbar, wie es klingt, sondern eher sehr witzig. Leider auch ein bisschen kalt, weil das Acud sowenig Geld hat, dass es seine Gas-Rechnung nicht bezahlen kann und also die Gasag die Heizung nicht andreht. Wer braucht schon Programm-Kinos.

Als wir durch den Weinbergspark so gegen 21 Uhr zum Acud gegangen waren und im Kino-Vorraum standen, tat mein Handy, was es öfters tut: es wechselte ständig die Zone. Es handelt sich um ein O2-Vertragshandy, das normalerweise den Vorzug hat, in der direkten Umgebung unserer Wohnung noch zum Festnetzpreis zu telefonieren (und anrufbar zu sein), weil ich mich da in meiner Heimatzone (vulgo 'Home-Zone') befinde. Früher reichte die mal bis Humboldt-Uni, Alex und Helmholtzplatz. Der Rest Berlins ist 'City-Zone', alles darüber hinaus normales Handy-Telefoniergebiet. Wundersamerweise, so etwa seit Anfang des Jahres, war nicht nur der Akku ständig leer, sondern hatte das Gerät auch permanent Schwierigkeiten, seine Zone zu orten. Mal Homezone, mal City, meist weder noch, ganz egal wo ich war. Inzwischen hörte ich, das habe wohl mit den 'stillen Pings' zu tun, unsichtbaren SMS, die den Zweck haben das Handy zu orten. Wenn da jemand noch Details insb. zu den O2-Zonen bekannt sind, wäre ich durchaus interessiert! Und auch, ob wohl das BKA die zusätzlich Kosten übernimmt, die mir entstehen, weil ich ständig zu teureren Tarifen telefoniere, weil das Handy anscheinend annimmt, ich sei in Meckenheim?

Auch sehr schön: ich google nach "BKA Meckenheim", für den passenden Link an dieser Stelle, und schon an fünfter Stelle, nach bka.de, Wikipedia, dem Sportclub des BKA und dem Bonner Behördenführer kommt die kürzlich ins Gerede geratene BKA-Fahndungsseite zur Militanten Gruppe. Vorsicht, nicht anklicken! Das BKA wertet aus, wer die Seite ansieht. Kein Scherz, das Level für Ermittlungsarbeit scheint recht niedrig angesetzt zu werden.

Sonst? Auch die Schaltungen zwischen den Abhörmechanismen unserer Festnetztelefone sind noch fehlerhaft: wenn Andrejs Eltern anrufen, kommt schonmal vor, dass unser Telefon 'gerade nicht erreichbar' ist, wiewohl es das ansonsten schon ist.