Nackt aber sicher? ..im Fernsehen

Dienstag abend läuft im WDR "Nackt aber sicher? Wieviel Sicherheit verträgt die Demokratie", die nächste Ausgabe von Quarks & Co, 21:00 – 21:45.

Update: Die Sendung ist online, zunächst als MP4-Datei: http://medien.wdr.de/m/1268164800/quarks/wdr_fernsehen_quarks_und_co_20100309.mp4 und vielleicht ja demächst auch in der Mediathek von Quarks.

Bringen immer neue Scanner tatsächlich mehr Sicherheit? Oder
geben wir die Freiheit auf, die wir eigentlich schützen
wollen? Als Gäste im Quarks & Co-Studio: der Psychologe
Thomas Kliche. Er erklärt warum die Angst unser Verhalten
bestimmt. Und der Soziologe Andrej Holm. Er wurde als Terrorist
verhaftet, bis der Bundesgerichtshof den Haftbefehl aufhob.

Mal abgesehen von der Teilnahme eines mir persönlich gut bekannten Stadtsoziologen, weswegen ich das sowieso angucken würde, sieht die Ankündigung so aus, als ob nicht nur wiedergekäut wird, sondern tatsächlich ein paar neue Fragen gestellt werden.

Das Kurzvideo über den Politik-Psychologen Thomas Kliche, der erklärt, warum Kontrolle nicht dazu führt, dass mehr Sicherheit existiert.

Das Kurzvideo über Andrej Holm, zusammengeschnitten aus einigen älteren Fernseh-Beiträgen.

Außerdem:

Die große Gefahr, Risiken zu überschätzen
Menschen haben eine gestörte Risikowahrnehmung

Wer Risiken überschätzt, läuft Gefahr, Opfer seiner
eigenen Angst zu werden. Häufig wirken allzu dramatische
Medienberichte dabei als Verstärker. Das kann nicht nur
für jeden Einzelnen gefährlich sein, sondern auch das
friedliche Zusammenleben von Bevölkerungsgruppen bedrohen.

Sicherheit statt Freiheit

Die Anti-Terror-Politik rüttelt am Grundgesetz

Seit 2001 wurden zahlreiche Gesetze im Namen der Terrorabwehr
verabschiedet. Viele wurden vom Bundesverfassungsgericht wieder
kassiert, weil sie gegen das Grundgesetz verstoßen. Die
Gesetze lassen auch Unschuldige ins Visier der Terrorfahnder
geraten. Doch wer sich überwacht fühlt, übt seine
Freiheitsrechte nicht aus – eine Gefahr für die
Demokratie, die durch die sogenannten Anti-Terrorgesetze doch
eigentlich geschützt werden soll.

Tatort Flughafen
Wie sinnvoll sind die neuen Handgepäckbestimmungen?

Früher war das Einchecken in ein Flugzeug beinahe so
unkompliziert wie in einen Bus einzusteigen. Mittlerweile werden im
Dienste der Sicherheit Millionen Flugzeugpassagiere aufwendig
kontrolliert. Doch wie sicher sind diese Maßnahmen
tatsächlich? Quarks & Co hat einen Sprengsatz gebaut, den
man ohne weiteres durch die Sicherheitskontrollen am Flughafen
hindurchschmuggeln könnte.

Unbemerkt durchleuchtet
Was können Scanner leisten?

Als Weihnachten 2009 ein Terrorist ein Päckchen Sprengstoff in
seiner Unterhose versteckt an Bord eines Flugzeugs von Amsterdam
nach Detroit brachte, wurde der Ruf nach schärferen Kontrollen
am Flughafen wieder laut. "Nackt-Scanner" mussten her –
Sicherheit ohne Rücksicht auf Privatsphäre. Doch das ist
noch längst nicht alles. Wissenschaftler haben eine Menge
Möglichkeiten in der Schublade, mit denen sie Flugpassagiere
in Zukunft auf Schritt und Tritt überwachen können.

8 thoughts on “Nackt aber sicher? ..im Fernsehen

  1. Quarks&co wird ja immer mehr politisch als wissenschaftlich. Gar nicht schlecht, wo es doch eine der wenigen seriösen Wissenssendungen war und nun hoffentlich das Image auf’s politische übernimmt 😉

  2. Für jene Leute wie mich, die tendenziell nur einmal in zehn Jahren eine Fernsehsendung schauen, und kein entsprechendes Empfangsgerät bereitstellen, könnte die Chance bestehen, nach der Sendung hier fündig zu werden:

    http://www.wdr.de/…epages/webtv.jhtml?projekt=70

  3. Der Name Nackscanner sollte doch dazu führen, dass bei jedem bzw. jeder die Alarmglocken klingen. Hört sich schlecht an und ist es auch.

  4. Der Begriff „Nacktscanner“ alleine sollte doch schon dazu führen, dass bei dem aufmerksamen Beobachter des Politikbetriebes die Alarmglocken läuten. Das erste „Gefühl“ ist meistens auch das richtige!

  5. > Das erste „Gefühl“ ist meistens auch das richtige!

    falsch

    Gefühle sind weder richtig, noch falsch, sondern man hat sie, oder man hat sie nicht.

    Aussagen können richtig oder falsch sein.

    Ob der erste Gedanke, den man zu Nacktscannern hat, richtig ist, finde ich eine esoterische Betrachtungsweise. Oft genug sind spontane Ideen schlecht, oft sind sie auch gut.

    Wenn man überhaupt mehr richtige als falsche Gedanken hat (schwer zu sagen, wenn man selbst die kontrollierende Instanz ist, übrigens), dann wundert es auch nicht, wenn die Mehrzahl erster Gedanken richtig ist. Aber der Umkehrschluß ist eben unzulässig.

  6. Und nach sehen des Videos habe ich noch 2,5 Gedanken, von denen der erste mühelos an das Stichwort „Esoterik“ anknüpft: Was die Flüssigkeiten anbetrifft, das wirkt für mich wie ein ritualisiertes Opfer im religiösen Kontext. Man sollte wirklich für die Flugsicherheit beschriftete Flaschen zum Flughafen mitbringen, auf denen „Gott der Luftsicherheit“ steht, und die man gleich explizit abgibt, als Opfergabe, um im Tausch einen sicheren Flug zu bekommen.

    Leider fliege ich so gar nicht, um das selbst auszuprobieren. 🙂

    Dazu noch der halbe Gedanke mit der Menge 100ml, die eine Grenze darstellen soll: Beim Lügen wird eine Geschichte, die mit Details ausgeschmückt ist, eher geglaubt, als eine vage: „Ich kann nicht kommen – ich bin schon bei einem Freund eingeladen/ ich bin schon bei Helmut zum Geburtstag eingeladen.“

    Was die Reaktion auf Gefahren wie Straßenverkehr oder Krankheit einerseits, Angriffe durch Terror andererseits betrifft: Ein nicht intendiertes Unheil wie eine Naturkatastrophe, Krankheit läßt sich, meine ich, eher mental wegstecken, als ein Angriff eines Feindes. Die Verletzung des eigenen Reviers ist etwas, welches unser Reptiliengehirn erreicht, und uns sagt, daß wir uns zur Wehr setzen sollen, und nicht rechnen.

    Als vernünftiger Mensch sage ich, daß man das Rechnen auch in solchen Fällen nicht vergessen soll, aber man kann es nicht bei einer Kostenkalkulation belassen, wenn man angegriffen wird.

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