DNA-Spray – für mehr Sicherheit!

Ein neues Schreckgespenst: DNA-Spray.

Kein Scherz: diese Schilder hängen in Amsterdam in der Innenstadt und teilen mit, dass die Polizei hier mit Hilfe von DNA-Spray die Gegend beschützt.

Nicht nur der Fotograf fragt sich, was das sein soll. Mit ein bisschen Recherche fand er raus, dass es sich – Überraschung – um einen Bluff handelt. In Geschäften derselben Gegend wird angeblich ein Art Spray-Diebstahlschutz eingesetzt. LadendiebInnen werden mit etwas besprüht, das später eindeutigauf den Laden zurückzuführen sei. Außerdem sei es schwer abzukriegen und mit UV-Licht sichtbar zu machen.

Das klingt SEHR schräg. 

Danke, Kees!

Foto: Paul Keller, CC-Lizenz

 

 

13 thoughts on “DNA-Spray – für mehr Sicherheit!

  1. Es gab schon mal einen TV-Beitrag darüber. Sprühsystem über der Tür, aktiviert durch den Alarmknopf beim Rausgehen durch den Dieb.
    Da in einer solchen Situation wohl kaum ein anderer durch diese „Dusche“ geht halte ich das für nicht sehr bedenklich.
    „Künstliche DNA“ gibt es auch zum Ansprühen auf Wertgegenstände. Das ist schon eher problematisch, denn jeder der das Stück berührte bekommt seine Spuren ab und wird somit verdächtig. Wenn derjenige seine erworbene „Künstliche DNA“ zusammen mit seiner „Natürlichen DNA“ noch auf andere überträgt (Hände schütteln) wird es ganz bizarr.
    Information Overkill für Frau Harms. Folge: Alle verhaften bis auf Weiteres!

    Ergo: Bei Tankstellen etc. kann das schon helfen Überfälle zu vermeiden oder aufzuklären. Zum Schutz von Objekten besser nicht, denn DNA überträgt sich auf viele Arten.

    BTW: Mittlerweile lässt sich DNA schon nach den kriminalistisch geforderten Kriterien generieren. Man kann mit dem DNA-Profil einer DNA-erfassten Person -ohne eigentliches Zellmaterial – Kopien generieren die dem Profil 100% entsprechen.
    CSI-gewohnte Geschworene würden einem DNA-Beweis wohl immer Glauben schenken, von Frau Harms ganz zu schweigen.
    Jeder sollte sich mal vorstellen was er zu seiner Verteidigung noch vorbringen mag wenn doch seine DNA am Tatort gefunden wurde. Richtig! Alibi durch Überwachung und dadurch abgeleitetes Alibi.
    Was daraus weiter verknüpft werden kann ist noch mal ein eigenes Thema.

  2. es ist aber so. die besprayen die leute mit einer dna-behafteten substanz eines schwerverbrechers. da niemand bei einer dna-kontrolle zuerst lange erläutern will, dass er irrtümlicher weise mit der dna-substanz eines ….

  3. Der angenommene Bluff bezieht sich auf das Schild: wie, wo und wer sollte wohl auf der Straße besprüht werden?

  4. Das scheint mir ein ähnliches Projekt zu sein, wie das in dem taz-Artikel beschriebene. Die Polizei teilt in bestimmten Gebieten Markierungssets an die dort Wohnenden aus, damit die ihre Wertsachen markieren können. Dann werden zur Abschreckung noch die Schilder aufgestellt, damit potentielle EigentumsumverteilerInnen gewarnt sind. Anschließend werden die Effekte gemessen.

  5. Hallo,

    das selbe ist in einem „Pilotprojekt“ in Bremen geplant, die Makierung von wertvollen Gegenständen (Sowohl privat als auch z.B. Schulen) läuft in der Bremer Neustadt bereits.

  6. Das Einsprühen von Leuten ist wohl Unsinn. Schlimm genug, dass wir beduftet werden 😉

    Das Einsprühen von Gegenständen mit einer künstlichen DNA (leuchtet unter UV-Licht, der schlaue Einbrecher also…), um beim Wiederauffinden der Beute diese identifizieren zu können, wird aber in der Tat in Amsterdam und wohl auch in Hamburg getestet.

  7. Mir scheint vor 5 Jahren war das bereits bei Bruce Schneier im Blog – http://www.schneier.com/…005/02/smart_water.html – wo Kommentatoren naseweis anmerkten, das sei ein alter Hut. 🙂

    In Tankstellen ist es sicher zu viel Aufwand, Schnapsflaschen damit zu … – ach – nein, nein – da geht es um 2 unterschiedliche Produkte, einmal ein Stoff, um Eigentum zu markieren, ein andermal um das Markieren des Täters.

    Das will ich ja sehen, wie nach einem Überfall auf eine – meinetwegen Tankstelle – die Polizei in Hundertschaften ausschwärmt, um die Leute i.d. Umgebung mit einer UV-Lampe anzuleuchten. 🙂

    Wenn sie sowieso erst nach 30 Minuten zum Tatort kommen, und dort vom Spray erfahren? Ah, wegen Waffengewalt kommen sie schneller? Und wenn man mit einer Waffe bedroht wird soll man mutig den Täter heimlich einsprühen?

    Wenn es abschrecken soll, dann darf es sooo heimlich gar nicht sein. Wenn der Täter oder die Täterin vorgewarnt ist, dann wird er vielleicht mit einem Regenüberzug und breitkrempigen Hut kommen, die nach der Tat sofort entsorgt werden.

    Eher skurril ist die Idee ein ähnliches Spray in der Gegend in eine Lüftungsanlage (Kino, Oper, etc.) einzubringen, damit viele leuchtende Verdächtige herumlaufen, so daß jeder einzelne auf den Code geprüft werden muß.

    Und man besprüht sich vorab mit einem anderen Code, so daß der eigentliche Code evtl. überdeckt wird.

    Aber wenn es eh ein Bluff ist …

  8. wie schon vor mir festgestellt – die sache ist real, hier gibt es eines von den schildern zu sehen,

    http://autismuskritik.twoday.net/…-john-brunner/

    mit denen die strassen in den bremer „testbezirk“ seit dem ausgestattet sind – zwecks abschreckung. und die „dna“ ist natürlich keine, sondern eine extra entwickelte chemikalie mit angeblich einzigartiger „signatur“ bei jeder charge.

  9. Es ist gar nicht so absurd, deswegen glauben es bestimmt viele Leute. Ehrlich gesagt, dachte ich im ersten Moment auch: Nicht schlecht die Idee…
    aber wahrscheinlich für die Realität zu teuer, oder? Solche DNA Tests sind für kleine Ladendiebe schon sehr aufwendig…

  10. Ob es in Amsterdam ein Bluff ist oder nicht, weiß ich nicht. Aber in Großbritannien wird diese künstliche DNA schon seit einiger Zeit erfolgreich eingesetzt, weshalb sie in Bremen auch getestet werden soll/getestet wird. Die künstliche DNA kostet lediglich 60 Euro, verglichen mit anderen Techniken zur Diebstahlsicherung ist das wenig.
    @Stefan W.: So skurril ist die Idee nicht. Die künstliche DNA dient nicht der Tätersuche sondern der Überführung. Und ob eine Technik sinnvoll ist oder nicht entscheidet nicht die Technik, sondern die Art und Weise wie sie eingesetzt wird. So wie du es beschrieben hast ist es natürlich schwachsinnig, aber mit dieser Art der Argumentation kann jede Technik ins lächerliche gezogen werden. Besonders wenn aus Unwissenheit ein sinnvoller Einsatz noch nicht vorstellbar ist.

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