Zur Nachahmung empfohlen: Abschiebung verhindert

Gestern waren mehrere AktivistInnen unterwegs nach Bamako, Mali. Eigentlich. Sie wollen an der “Karawane für Bewegungsfreiheit und selbstbestimmte Entwicklung” zum Weltsozialforum Anfang Februar in Dakar teilnehmen. Aber es kam ganz anders: ausgerechnet in ihrem Flug von Paris saß ein gefesselter und von Polizei begleiteter Mann, der nach Mali abgeschoben werden sollte. Sie haben sich nicht hingesetzt, um den Abflug der Maschine zu verhindern:

Der Pilot drehte um und ließ AktivistInnen und weitere Passagiere festnehmen. Irgendwann gestern nacht waren alle wieder frei. Die Abschiebung fand nicht statt.

Jetzt bitten sie um Spenden, um die etwa 4000 Euro für neue Tickets bezahlen zu können, und es würde mich nicht wundern, wenn noch Anwaltskosten dazukämen:

Initiative Zusammen Leben e.V.
Name: J. Hackert
Konto: 174 496 53
BLZ 120 300 00 (DKB)
Stichwort: Karawane WSF

Die Karawane bei Twitter und Facebook

Der Song zur Karawane, von einem afrikanischen Flüchtlingsaktivisten, der bei der Karawane dabei sein wird und der selbst jahrelang in einem Flüchtlingslager in Deutschland gelebt hat.

flattr this!

52 thoughts on “Zur Nachahmung empfohlen: Abschiebung verhindert

  1. Pingback: Tweets that mention annalist » Zur Nachahmung empfohlen: Abschiebung verhindert -- Topsy.com

  2. Thomas :
    Ist das allerletzte. Wer denen auch noch Geld spendet gehört auch abgeschoben.

    Problemlösungskompetenz!

    Btw. warum ist eigentlich eine Emailadresse nötig zum kommentieren?

  3. Wo kämen wir auch hin, wenn jeder, der sich für Menschlichkeit einsetzt, den wohl verdienten Urlaub der besser Verdienenden Sabotiert!
    Man muss einfach verstehen, so ein Menschenleben ist halt nicht so viel wert wie 2 Wochen allinclusive auf Mallorca!

  4. Was heisst hier “Abschiebung verhindert”?
    Jetzt wird der Mann halt mit dem nächsten Flieger abgeschoben…^^

  5. Thomas, soso…
    moment, mal eben in den unterlagen…
    *raschel …ah ja!

    “Thomas – kleiner kacker, vornehmlich auffällig durch selten dämliche online-kommentare”

    wird… moment
    *raschel
    …wird morgen abgeschoben!
    tja, da kann man nüscht machen

  6. Eine gute Sache und ich finde es stark, dass sich dort Leute für einander einsetzen.

    @Thomas: Ich werde da sicher Geld spenden, wohin soll ich denn abgeschoben werden? Hoffentlich findet sich dann auch da jemand im Flugzeug der das blokiert. Was genau ist denn das allerletzte daran? Du scheinst irgendwo auf deinem Weg die Menschlichkeit verloren zu haben, ich hoffe du findest sie bald wieder.

  7. Was würde passieren, wenn jeder Mensch dort leben könnte, wo es ihm am Besten gefällt? Würden gigantische Völkerwanderungen einsetzen und sich Obdachlosigkeit und Hunger in den Zielländer ausbreiten? Oder würde eher alles so bleiben, wie es sowieso schon ist, mit einem konstanten, aber begrenzten Zulauf nach Europa? Oder würden sich auf einmal ein globales Gemeinschaftsgefühl einstellen und die Menschen näher zusammenrücken lassen?
    Von der Beantwortung dieser Frage hängt letztlich die Position ab, die DU vertrittst.

    Ich halte die zweite Möglichkeit für die realistischste.

  8. Genau das was @Phail hier geschrieben hat frage ich mich auch. Ist zwar nett, dass sie da irgendiwe den Flieger zurückgeflogen haben, aber das verbessert die Situation des abgeschobenen doch keineswegs, oder?

  9. Ich glaube eigentlich nicht, dass das ein Fefe-Effekt ist. Der verlinkt mich öfter, aber noch nie mit dem Ergebnis.

  10. @Heinz
    @Heinz: Nur weil du Schwein hattest und am “richtiten” Ort geboren wurdest, dürfen andere, die vielleichte das Pech hatten in einer Krisenregion oder in einem von uns (!) ausgebeuteten Land aufgewachsen zu sein, nicht vernünftig Leben?

  11. Eine Frage zu der Spende:
    Wenn die die 4000 € zusammenbekommen, mit wem wollen sie fliegen ? Wir haben in Europa zwar keine No-Fly-List (oder ?). Aber ein bisschen Kommunikation unter den Fluglinien mit Sicherheit. Würde mich interessieren, ob man der Aktion noch irgendwo ein Flugticket bekommen.

  12. Ich habe jetzt ein bisschen aufgeräumt in den Kommentaren, was dazu führt, dass einiges zusammenhanglos wirkt – tut mir leid. Zensur ist das nicht – hier ist ja kein öffentlich-rechtliches Medium, sondern mein Blog, in meiner Verantwortung, und da entscheide ich eben allein, was hier öffentlich präsentiert wird.

    Offensichtlich rassistische Kommentare oder welche, die wohl nur das Ziel haben, lächerlich zu machen, gibt’s hier nicht. Bzw. nicht lange. Schon allein, weil sonst die Leute, für die ich schreibe, vielleicht gar keine Lust mehr haben, wiederzukommen.

    Das Netz ist groß, rumpöbeln könnt Ihr ja einfach woanders, oder selbst ein Blog starten.

  13. warum die meisten sitzenbleiben frage ich mich auch…

    und ja, höchstwahrscheinlich wird der Mann mit der nächsten Maschine abegeschoben aber eventuell denken manche Menschen etwas über die Abschiebungspraxis nach …

    @Anon: gute Frage. Ich glaube auch an letzteres – niemand verlässt gerne seine Umgebung, oder? Das passiert nur wenn der Druck zu gross ist und genau dort kann man imho ansetzen

  14. Pingback: Die Politik » Zur Nachahmung empfohlen: Abschiebung verhindert

  15. @Thomas

    Es ist schon latent rassistisch, dass du unterstellst, dass es sich bei dem Abschiebungsopfer um einen Schwerverbrecher handele. Deine Grundlage dieser These ist, dass er Malik (schwarz) ist und dass er gefesselt sowie von der Polizei begleitet wurde. Bei “Problemabschiebungen” dürfte dies wohl der Standard sein.
    Denn schließlich kann er ja allein dadurch kriminell geworden sein, dass er nur gegen §§ verstoß, die speziell mit dem Aufenthaltsrecht zu tun haben.

  16. glaubt hier wirklich jemand schwerverbrecher würden per stinknormalen flugzeug abgeschoben? diese aussage wäre schon im zusammenhang mit “normalen verbrechern” sehr fragwürdig.

  17. @Paul: Naja… ich denke, dass man da schon ein bisschen differenzierter rangehen muss. Sollten wir sagen “ja, das ist doch gerecht”, wenn jemand ein Verfahren bekommt, weil er pornographische Fotos von einer minderjährigen, ungefähr gleichaltrigen Person besitzt, die von der Person selbst angefertigt wurden?

    http://www.rsa-radio.de/aktuelles/nachrichten/Nachrichten-Kinderpornographie-Kripo-Kempten-ermittelt;art14,14087

    Wenn man blind dem Gesetz folgt, ist das auch nicht immer gut.

  18. Pingback: Feynsinn » Aufstehen

  19. Nicht mit dem Blog konform gehende Meinungen sind hier wohl unerwünscht.

    Schönen Abend noch.

  20. “und der selbst jahrelang in einem Flüchtlingslager in Deutschland gelebt hat.”

    Im Übrigen: Wach mal bitte aus deiner Traumwelt auf Anne.

  21. @Thomas
    Was hier unerwünscht ist, habe ich ja oben beschrieben, deswegen: lies erst und schreib dann.

    Und gewöhn Dir einen anderen Ton an. Ich wüsste nicht, was daran geträumt ist, dass der Musiker in einem Flüchtlingslager gelebt hat.

  22. @Paul

    und wer in der innenstadt 60 fahrt statt 50 is dann gleich n schwerverbrecher und gehört sich abgeschoben?
    verhältnismäßigkeit?
    gegen geltendes recht verstoßen ist nicht gleich gegen geltendes recht verstoßen!

  23. Paul :
    auch das Aufenthaltsrecht ist deutsches Recht und muss geachtet werden.

    Das deutsche Aufenthalts”recht” ist menschenrechtswidrig und in der Praxis rassistisch und “muss” daher überhaupt nichts. Möglicherweise würdest du nicht so paul-schal (scnr) darüber hinweggehen, wenn du selbst davon betroffen wärst. Naja.
    Und was die (nicht-)Verhinderung der Abschiebung angeht: zumindest in Deutschland, vermutlich auch in Frankreich jedes mal ein nicht irrelevanter bürokratischer Vorgang, es ist durchaus möglich, dass es mehrere Monate dauern wird, bis die Behörden erneut versuchen, diesen Menschen abzuschieben, und wer weiss, was bis dahin passiert? Es ist zumindest kein rein symbolischer, nutzloser Aktionismus, sowas konkret zu behindern.

  24. Besteht vielleicht die Moeglichkeit die depperten Kommentare nur als solche zu kennzeichnen? Mich wuerden schon die Kommentare interessieren die die ganzen Reaktionen ausgeloest haben.

  25. “Der Pilot drehte um..” ? gute Aktion. :D
    Otto-Normal-Mensch ist sich natürlich immer erstmal selbst der Nächste (das hat angeblich was mit Überlebensinstinkten zu tun); dass es trotzdem noch Leute gibt, die nicht einfach wegschauen wenn Unrecht geschieht, das sie verhindern können, finde ich sehr erfreulich. (Und ja, ich finde auch “rechtmäßige” Abschiebungen sind Unrecht – schon das Wort “Abschiebung” macht mich wütend – von wegen Würde des Menschen – dass ich nicht lache!)
    Seien wir doch mal ehrlich: Zugegeben wär ich vermutlich erstmal gar nicht begeistert, wenn mir sowas passierte – wenn man in ein Flugzeug steigt, tut man das ja in der Regel, weil man irgendwohin muss, und zwar bald. Pünktlich am Zielort eintreffen ist also wünschenswert, und alles was dem im Wege steht unerwünscht, lästig, störend. (Man mag es kaum glauben, aber nicht jeder Flugpassagier ist Urlauber / steinreich .. o.O)
    Dass nicht alle, sondern nur ein paar wenige Fluggäste, aufstehen: menschlich. Wir wissen ja nicht wirklich viel über den gefesselten Menschen – Durchschnittsbürger interessieren sich einfach nicht für Fremde. Schade ist das mit Sicherheit, aber verwerflich finden kann ich das – trotz allem Idealismus – nicht.
    Und ich werd mich hier auch nicht den verbalen Superaltruisten anschließen, die so tun als hätten sie in dieser Situation auf jeden Fall anders reagiert als die Merzahl der Fluggäste .. manche von uns (=Befürwortern der Aktion) wären sicherlich aufgestanden, aber bei weitem nicht alle. Da bin ich mir sicher.

    ..nebenbei bemerkt: “Arche-Fan” – ernsthaft? .. Da wird mir SPEIÜBEL.

  26. ich finde die Aktion gut und richtig. Aber leider bin ich oft zu feige und fange erst dann an aufzustehen, wenn andere es vormachen. Ja, wenn andere Fremden helfen, will ich auch nicht schlecht dastehen. Wenn andere dafür sorgen das Menschenrechte eingehalten werden, dann kann ich mich dafür auch erwärmen. Wenn andere zeigen wo Unrecht geschieht, dann kann ich auch hinsehen. Wenn andere mich schützen, weil selbst ich Probleme in meiner eigenen Gesellschaft bekomme, die nicht mit dem Menschenrechten konform gehen, dann ist das wichtig, dass ich schon immer gesagt habe, WIR müssen doch zusammen stehen.

  27. @bernd : Fände es auch ganz gut. Vielleicht auch einfach nur ausgeblendet/nur die Kopfzeile noch zu sehen. Dann kann man sich selbst entscheiden.

  28. @Jan:

    Sollten wir sagen “ja, das ist doch gerecht”, wenn jemand ein Verfahren bekommt, weil er pornographische Fotos von einer minderjährigen, ungefähr gleichaltrigen Person besitzt, die von der Person selbst angefertigt wurden?

    Hast du die Meldung auch gelesen?

    Ja, sollten wir. Ermittelt wird gegen die Jugendlichen, die – Zustimmung oder nicht – anscheinend pornographisches Material verbreitet und Minderjährigen zugänglich gemacht haben. Siehe §184 StGB.

    Und wem die Gesetze nicht gefallen, dem steht doch offen, sie – demokratisch und im Rahmen derselben – ändern zu lassen, wenn sich eine Mehrheit findet. Oder auszuwandern. Wer wollte noch lieber in Somalia leben als in Deutschland? Achso, oder in Mali vielleicht?

  29. Ein ähnliches Szenario hab ich einmal in einem Fernsehfilm gesehen, war glaub ich ein Tatort wenn ich mich nicht täusche. Dem Mann der abgeschoben werden sollte haben sie – höchstwahrscheinlich zur Schikane – im Flugzeug einen seltsamen Helm aufgesetzt.

  30. Ich glaube, wir (i.e. die weißen Deutschen unter den Kommentierenden) können uns gar nicht vorstellen, wie der Abschiebealltag aussieht und was sich dabei so alles abspielt, und was wir erfahren, bleibt doch eher theoretisch, wenn wir nicht zufällig eineN BetroffeneN kennen. Im Zeit-Magazin gab es 2008 einen recht beeindruckenden Beitrag dazu:
    http://www.zeit.de/2008/03/Abschiebeflug

    Über den Artikel gestolpert bin ich bei einer Lesung von Ebermann und Trampert, ausschnittsweise hier zu hören: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=27883

    Während ich bei Ebermann und Trampert nach diesem Teil (untypisch für eine Satire-Lesung) eher traurig war, hat mich der Artikel im Zeit-Magazin richtig wütend gemacht. Und wer nach dem Lesen des Beitrags noch immer findet, ist doch gut so, wie es ist, und sowieso rechtens, der oder die darf gern Sterben gehen. Danke.

  31. @Lutz: danke für die Links.
    Beim Lesen des Artikels der “Zeit” ist mir regelrecht schlecht geworden.

  32. “Ja danke, wieder auf Kosten der Steuerzahler (in dem Fall der Französischen, aber ich fühle mich an dieser Stelle solidarsich).
    Wenn Sie ihn abschieben wird das schon seine Gründe haben, ihr ganzen Gutmenschen/Multi-Kulti-Spinner geht mir sowas von auf den Sack!

    nun, man stelle das mal ins verhältnis mit der einen BILLION (!) die merkels neue luxusjets gekostet haben, und die beschrieben wurden als “as the most luxurious corporate jets ever built”.

    davon abgesehen das du von menschenrechten, und auch sonst, offensichtlich keinen schimmer hast.

  33. Das mit der Abschiebung kann man als Außenstehender nicht gut beurteilen, aber die Forderung dürfte deutlich mehr als 4000 EUR für Flugtickets betragen, denn es waren ja noch ne ganze Menge anderer Leute betroffen die evtl. Verpflegung/Unterkunft etc. von der Fluggesellschaft erhalten haben – was übrigens mit Sicherheit nicht der Steuerzahler bezahlt, sondern entweder die Aktivisten oder wenn da nix zu holen ist die Fluggesellschaft. Und das man den Mann jetzt nicht mehr abschiebt, glaube ich auch nicht. Der wird einfach ein paar Tage später ausgeflogen worden sein.

    Ich hätte auch zu gerne gesehen, was die Aktivisten gemacht hätten, wenn der Pilot einfach trotzdem geflogen wäre. Schließlich gefährden unvernünftigerweise beim Start stehende Passagiere nicht die Sicherheit des Flugzeugs, sondern in ersten Linie Ihre Eigene. 8-; Bei sowas bin ich für Eigenverantwortung, zumal die Gefahr reell gesehen auch gering ist.

  34. @Benni

    Wieso die meisten sitzen bleiben? Vielleicht weil sie das auch schon den ganzen Tag auf der Arbeit müssen.

  35. @maxe
    Ich lösche Deine Kommentare, weil Du Dich völlig im Ton vergreifst. Dies ist ist mein Blog, oder: meine Website, selbstverständlich entscheide ich da, was hier stehe bleibt. Wer denn sonst?

    Deinen letzten Kommentar habe ich gelöscht, weil ich keinen Sinn darin erkenne, mich hier von mir unbekannten Leuten beschimpfen zu lassen. Nebenbei: ich bin keine Faschistin, aber das weißt du ja sicher selbst. Wenn nicht: lies mal ein Buch darüber. Nicht alle Leute, die nicht Deiner Meinung sind, sind deswegen gleich Faschisten.

    Es zwingt Dich ja niemand, hier zu lesen, wenn es Dir nicht gefällt. Und wenn doch, dann solltest Du mindestens den Ton halten, den Du in tatsächlichen Gesprächen mit realen Menschen benutzt.

  36. @anne
    Wie so oft meine Anmerkung: Man kann auch Kommentare entschärfen, ohne sie ganz zu löschen und den Kontext zu vernichten. Und vor allem kann man es an Ort und Stelle kenntlich machen. Ob es sich um Zensur oder nur Durchsetzung der Spielregeln handelt, kann so, wie Sie es jetzt machen, jedenfalls keiner mehr nachvollziehen. Dass dann welche Zensur schreien, sind Sie mithin selbst schuld.

    Es zwingt Dich ja niemand, hier zu lesen, wenn es Dir nicht gefällt.

    Halten Sie das denn für guten Ton?

  37. @VonFernSeher
    Ich weiß nicht, wo die Anmerkung schon so oft gemacht wurde: ich kannte sie noch nicht. Was aber auch keine Rolle spielt, denn einmal reicht ja aus. Ich bin anderer Meinung: ich halte es nicht für richtig, in Texten – inkl. Kommentaren – anderer Leute ungefragt herumzueditieren.

    Das würde ich bei meinen eigenen auch ablehnen.

    Dazu kommt, dass mir die Zeit fehlt, mir ausführliche Gedanken darüber zu machen, was wie gemeint sein könnte und wie ich das so umformulieren könnte, dass sowohl die Absicht der Schreibenden als auch meine eigenen berücksichtigt würden. Ich glaube, dass fast alle, die hier kommentieren, in etwa einschätzen können, was konstruktiv zum Inhalt beiträgt. Damit sind durchaus auch kritische Fragen gemeint.

    Wenn ich aber den Eindruck habe, dass es nur darum geht, rumzupöbeln oder kurz mal Dampf abzulassen, oder, wie bei diesem Artikel, jede Menge Kommentare kommen, die mit Freude deutlich machen, dass sie den Artikel inhaltlich völlig ablehnen und meine Person bzw. Ansichten gleich mit: warum soll ich das stehen lassen?

    Wie gesagt, und das trifft ja für die meisten Blogs zu: ich erhebe nicht den Anspruch, ein Forum zur Verfügung zu stellen, über dessen Moderation nach (mir unbekannten) von anderen festgelegten Regeln von einer Gruppe entschieden wird, deren Zusammensetzung auch nicht geklärt ist. Sondern: es ist mein Blog, und ich entscheide, was hier steht.

    Was wäre denn die Alternative? Und warum?

    Dann:

    Ob es sich um Zensur oder nur Durchsetzung der Spielregeln handelt, kann so, wie Sie es jetzt machen, jedenfalls keiner mehr nachvollziehen.

    .

    Was ist denn mit ‘Zensur’ gemeint? Normalerweise doch, dass jemand Macht missbraucht, um unliebsame Informationen zu unterdrücken. Nur dass es sich hier eben nicht um eine öffentliche Nachrichtenseite handelt, sondern gewissermaßen mein digitales Wohnzimmer, und in Wohnzimmern greift die Zensur-Definition nicht so richtig. Ansonsten bin ich aber übrigens sehr zurückhaltend, was das Löschen angeht – was auch zuweilen Kritik nach sich zieht.

  38. @anne
    Die Anmerkung habe ich so schon in vielen Blogs in vielen Sprachen gemacht, das war damit gemeint.

    Und ich möchte Sie überhaupt nicht nötigen Kommentare anderer umzuformulieren oder anzupassen. Löschen Sie doch einfach die entsprechende Passage oder – wenn nötig – den ganzen Inhalt des Kommentars und machen Sie es z.B. durch eine Anmerkung in eckigen, vielleicht sogar kursiven oder andersfarbigen Klammern kenntlich. [Dies ist nur ein Beispiel, hier wurde nichts von annalist gelöscht.] Einzig das Verschwindenlassen der ganzen Position ist wirklich hinderlich und ärgerlich, weil sich u.U. auch die Bezüge der Kommentatoren verlieren, die ernsthaft und angemessen zur Diskussion beitragen wollen.

    Die Idee mit dem digitalen Wohnzimmer mag eine nette sein, allein das rechtlich unanfechtbare Argument, man dürfe in seinem Wohnzimmer bestimmen, wer an die Wände schmiert und die Gäste anpöbelt, ist kommunikationstechnisch nicht wirksam. Wenn Sie eine Videokamera in ihr Wohnzimmer stellen und vor der Veröffentlichung einen Gast herausretuschieren, werden sich die Zuschauer nunmal fragen, mit wem die anderen Gäste da reden. Also rate ich Ihnen: Lassen Sie den unangenehmen Gast im Bild und piepsen Sie ihn dann weg, wenn Sie seine Aussagen für unangemessen halten.

  39. Pingback: Bernd luthmann | Chinesenamesea

Comments are closed.