Im Tagesspiegel erscheint morgen ein Interview mit BKA-Chef Ziercke, das mit der dezenten Frage eingeleitet wird

In den sieben Jahren nach dem 11. September ist Islamisten in Deutschland kein Anschlag gelungen. Können wir aufatmen?

Natürlich gar nicht, findet Ziercke. Wer's genau wissen will, muss mitrechnen: 50 Islamisten aus Deutschland sind in Trainingslagern in Pakistan etc., unter 10 davon sind wieder hier und gehören zu knapp 100 Gefährdern in Deutschland. Die haben was vor, aber es besteht eigentlich auch wieder keine Gefahr. Interessanter, dass das BKA jetzt behauptet, mit der Online-Durchsuchung technisch einsatzbereit zu sein - bei geeigneter Gefahr.

Wenn das Gesetz verabschiedet ist, können wir sofort anfangen – aber natürlich nur, wenn wir einen geeigneten Fall einer Terrorgefahr haben.

Ganz billige Rhethorik: die Warnung vor dem Überwachungsstaat sei

Angstmacherei

Wenn ich kein passendes Gegenargument (in diesem Fall darauf, dass die Terrorismus-Hysterie Angstmacherei sei) habe, drehe ich das Argument einfach um.

Im schönsten Teil des Interviews wird er gefragt, ob ihn die Debatte eigentlich nervt? Nein, gar nicht, alles demokratisch in Ordnung. Aber nur theoretisch, real überprüft haben will er das BKA-Gesetz dann doch nicht.

Dann bekommt man in fünf Jahren wieder eine neue Misstrauensdebatte.
Zum Schluss wird er noch gefragt, ob sie mit der angeblichen 'militanten gruppe' eigentlich die Richtigen erwischt haben - da will er sich nicht so recht festlegen und findet ansonsten noch, dass rechtsextreme Gewalt eine Schande für Deutschland sei. Wenn's weiter nichts ist.