Wir sind wieder in Berlin nach zwei Tagen Norddeutschland. Und beeindruckt von den Reaktionen hier und anderswo. Nachdem meine Texte bei fefe, gulli.com und ravenhorst, und dann vielen anderen* erwähnt wurden, katapultierte dieser Blog aus seiner kleinen Nische vor allem für FreundInnen und Familie in eine wesentlich größere Öffentlichkeit. Das freut uns natürlich und ist durchaus aufregend. Danke für die vielen unterstützenden Reaktionen!
Gestern abend waren wir kurz bei der Soli-Party der Fachschaft Sozialwissenschaften der HU für Andrej. Es war ziemlich voll. Am Eingang standen ein paar Leute, die engagiert allen, die reinkamen, Zettel mit Informationen über das Verfahren in die Hand drückten, und dann geriet ich kurz in moralische Schwierigkeiten. Direkt neben mir sagte gut verständlich einer zu dem neben ihm: "Und kennst Du schon den Blog von Andrejs Freundin?". Was macht man da? Dezent weitergehen? Sich vorstellen? Inkognito ins Gespräch einmischen? Ich habe mich gefreut und bin weitergegangen.
Viele sind vor allem geschockt davon, dass es sowas wie unseren aktuellen Alltag hier gibt. Ich kann nicht sagen, dass wir uns daran gewöhnt hätten, aber finde bemerkenswert, wie schnell es Alltag wird, eben hinzunehmen, dass da immer diese Männer herumstehen. Die nicht zu tun haben, als 10 Minuten abends auf der Straße einen Aufkleber an einem Laternenpfahl zu studieren, weil wir spazieren gehen und diskutierend einen Moment stehen bleiben. Als ich ihn bemerkte, musste ich grinsen. Er grinste zurück. Sehr surreal. Andere brauchen genauso lange zum Einkaufen wie wir, die wir einen Familien-Wochenendeinkauf machen, und finden nur eine Mineralwasserflasche. Gucken aber in alle Regale, in die wir auch schon geschaut haben. (Wer weiss, vielleicht sind "die Depots" bei Kaisers im Marmeladenregal? Zu "den Depots" mehr unter 'So allein heut abend?').
Meine erster Gedanke, als die Vorhut des LKA Berlin am 31.7. bei uns in der Wohnung stand und mich anschrie (das BKA kam erst später, weil sie es aus Meckenheim nicht zu um 7 Uhr morgens geschafft hatten), war "Oh. So ist das also." Danach dachte ich eine ganze Weile lang nicht mehr so viel. In den Wochen danach, in meinem neuen Alltag allein mit zwei Kindern, zwischen Anwältin, unendlich vielen Menschen, die helfen wollten und der Realität, angeblich mit einem von Deutschlands Top-Terroristen liiert zu sein (wir sind übrigens nicht verheiratet), habe ich lange gebraucht, wieder Boden unter die Füße zu kriegen. Der Graben zwischen dem Bewusstsein, dass die ganzen Puzzlesteine, die die terroristische Identität belegen sollen, im wirklichen Leben jede Satire überholen, und andererseits dem Wissen, dass das kein Spaß ist, sondern völlig ernst gemeint, ist ziemlich tief. Beides in einem Kopf zu einer Realität zusammen zu bringen, ist nicht so einfach. Als Andrej nach drei Wochen Moabit wieder da war, wurde es etwas besser. Wir gewöhnen uns zu schnell an Dinge, und deswegen ist es gut zu lesen, wieviele das alles überhaupt nicht normal finden.
Ich würde die aktuelle Aufmerksamkeit gern für etwas nutzen, das uns sofort wieder in die Niederungen der Ebene führt, aber uns auch sehr nahe geht. Dieses Verfahren kostet unglaublich viel Geld. Weder Andrej noch ich werden plötzlich mit der Sorte lukrativer Aufträge überschüttet, die uns zumindest die finanzielle Seite dieses Desasters gut aushalten ließen. Auch unsere Tage haben nur 24 Stunden, wir haben Kinder, die das alles nicht lustig finden und uns also mehr brauchen, und die Bewältigung des alltäglichen Wahnsinns frisst Zeit und Kraft.
Andrejs AnwältInnen und die der anderen Beschuldigten arbeiten viel und verlangen dafür wenig. Dennoch müssen sie bezahlt werden. Auch kleine Spenden sind eine Hilfe, noch besser wären kleine (oder größere) Daueraufträge (Details zu den Spendenkonten).
In der nächsten Woche hat die BAW ZeugInnen vorgeladen, denen Bußgelder drohen, wenn sie verweigern, über ihre Freunde, Kollegen, Mitbewohner auszusagen und im schlimmsten Fall wird versucht werden, sie mit bis zu sechs Monaten Beugehaft dazu zu zwingen. Auch mehrmals hintereinander. Auch das kann sehr teuer werden und wird sicher nicht annähernd dieselbe Aufmerksamkeit bekommen wie etwa die Festnahme von Andrej. Deswegen auch für sie hier die Bitte um Spenden.
Dabei stellt sich sicherlich die Frage, warum sie nicht aussagen sollten, wenn sowieso nicht Belastendes zu sagen ist. Ich sehe hier ein gewisse Nähe zum Thema "Ich habe nichts zu verbergen". Überzeugend fand ich eine Darstellung bei einer Infoveranstaltung zu verschiedenen §129a-Verfahren vorgestern abend in Hamburg. Bei einer Vorladung war ein Zeuge gefragt worden, ob er wisse, worüber und wie oft sein Mitbewohner mit einer bestimmten Person telefoniere. Seine Antwort: "Keine Ahnung." Daraus wurde dann in den Akten, dass die beiden sich offenbar bewusst konspirativ verhielten, denn sonst hätte der Zeuge das ja sicherlich beantworten können. Das bestätigt, was sich auch aus Andrejs Akten ergibt: es lässt sich mit etwas bösem Willen schlicht alles gegen jemanden verwenden.
Selbst Andrejs Professor Häussermann ist vorgeladen, und viele andere, bei denen nicht so wirklich offensichtlich ist, was deren mündliche Befragung zutage fördern könnte, was die Überwachung nicht konnte. Eine ganze Reihe haben Kinder und sind also leicht unter Druck zu setzen. Wobei das auch so schon stattfindet - mich würde durchaus interessieren, welche Erkenntnis die Behörden sich davon versprechen, wenn sie telefonisch nachfragen, wie einer der Beschuldigten denn so küsst. Nun könnte man sagen, dass ich offensichtlich den Bemühungen der BAW nicht ganz objektiv gegenüberstehe und sowieso nicht viel von Anti-Terror-Fahndung verstehe: granted. Ja, gebe ich zu. Aber ich finde sie auch wirklich bisher weder von der Form her besonders überzeugend noch habe ich den Eindruck, dass es auf der anderen Seite etwas gibt, das einer wie auch immer gearteten Objektivität auch nur nahe kommt.
Dazu passt noch die schon angedeutete kleine Geschichte unserer persönlichen Video-Überwachung. Aus den Akten ergibt sich, dass die Eingänge, des Hauses, in dem wir wohnen, mit Videokameras überwacht wurden - ich würde mich sehr wundern, wenn das jetzt nicht mehr so wäre. Eine vorn, eine hinten. Wir wohnen in einem Berliner Mietshaus, und bei weitem nicht alleine. Zur Kamera hinten gibt es die schriftliche Anmerkung, dass sie so aufgebaut war, dass sie im Frühjahr mit zunehmender Belaubung der Bäume ihren Zweck nicht mehr erfüllte, weil außer Grünzeug nichts mehr zu sehen war und also wieder abgebaut wurde. Schön, könnte man denken. Tatsächlich führt das dazu, dass das BKA nun erst recht annimmt, dass Andrej an allerhand terroristischem Zeitvertreib beteiligt gewesen sein soll, einfach weil es ja nicht auszuschließen ist, dass er das Haus zu bestimmten Zeiten durch den Hinterausgang verlassen hat. Ich habe mich noch nicht dazu durchringen können, zu fordern, dass er permanent von einer Kamera begleitet werden soll.
*
http://www.ostblog.de/2007/10/terrorblog.php
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2007/10/18/uberwachungsdruck-2/
http://blogs.hr-online.de/nightline/2007/10/18/so-verfolgt-das-bka/
http://www.trueten.de/archives/3291-Wissenschaftliche-Arbeit-unter-Terrorverdacht-Zur-Entgrenzung-des-Rechtsstaates.html
http://www.salzstangengourmet.ath.cx/politik/das-bka-hort-mit-eine-uberwachte-vom-staat-bloggerin-berichtet/
http://www.verstecken.net/index.php/2007/10/18/eine-frau-die-vom-bka-ueberwacht-wird-bloggt/
http://stefan.ploing.de/2007-10-18-leben-unter-beobachtung
http://blog.cynx.de/archives/2576-Stasimethoden.html
http://www.fellowpassenger.de/archives/448
http://blog.till-westermayer.de/index.php/2007/10/19/asymmetrische-oeffentlichkeit-3/
http://technikforschung.twoday.net/stories/4365590/
http://citronengras.de/das-knacken-in-der-leitung/
http://www.duckhome.de/tb/archives/1380-Blogempfehlung-Verfolgung-in-Deutschland.html
http://feynsinn.org/?p=617
http://www.queergedacht.de/213/mutig
http://www.nerdcore.de/wp/2007/10/19/eine-vom-bka-uberwachte-burgerin-bloggt/
http://www.incertum.net/archives/157-BKA-Terror.html
http://craplog.de/bka-terror-ii/
http://spedition-informatik.blog.de/2007/10/18/was_passiert_mit_angehorigen_uberwachter~3155591
http://schieflage.blogspot.com/2007/10/eine-deutsche-familie-unter-beobachtung.html
http://boesartiger.blogspot.com/2007/10/man-darf-die-sache-nicht-verharmsen.html
http://levold.wordpress.com/2007/10/21/militante-gruppe-mg/
http://www.korrupt.biz/602/so-fuhlt-sich-totaluberwachung-an/
http://onlymeandi.wordpress.com/2007/10/21/kurznotiz-annalist/
http://www.hartz4all.de/blog/archives/121-BKA-Terror-dank-Terrorverdacht.html
http://asynchron.blogspot.com/2007/10/gentrifizierung.html
http://kuechenkabinett.org/archives/2007/10/21/smile_you_are_b.html
http://www.heise.de/newsticker/meldung/97698
http://www.85qm.de/archives/586-Die-Zukunft-ist-jetzt....html
http://blog.phpaws.net/blogging/blogroll/annalistnoblogsorg/
http://www.rainer-rilling.de/blog/?p=244
http://www.unixboard.de/vb3/showthread.php?t=34368
http://blog.de.mykralle.de/2007/10/19/stadtsoziologen/
http://www.optimaten.de/archiv/186-Superterrorizer.html
http://www.betonblog.de/2007/10/22/unter-verdacht-ganz-realistisch-ein-lesenswerter-blog/
http://blog.pantoffelpunk.de/brechmittel/revolution-gern-aber-bitte-aus-dem-home-office
http://www.schockwellenreiter.de/2007/10/23.html#anDenRandDerParanoiaGetrieben
http://subwave.blogsport.de/2007/10/22/mixed-34/
http://www.schaeuble-wegtreten.de/blog/?p=55
http://www.abriss-berlin.de/blog/2007/10/23/familie-im-uberwachungsterror/
http://www.tour-blog.de/?p=988
http://www.silberkind.de/serendipity/index.php?/archives/1483-WTF.html
http://mutantenstadl.de/archives/275-Selbstzensur-unter-UEberwachungsdruck.html
http://neoanarchie.net/archives/731-Sprachlos-im-Anblick-der-Dummheit.html
Englisch
http://a-binomi.livejournal.com/2498.html
Zugegeben: das geht technisch wahrscheinlich eleganter, aber wer kannte schon von Anfang an alle Finessen des coolen Blogs?
33 Kommentar(e) zu "Blindflug"
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geschrieben von Guru [ antworten ]
21/10/2007, 10:19
Meiner Meinung nach gehören die TerrorismusParagrafen abgeschafft. Dass Andrej als Terrorist verfolgt wird, nur weil seine Schriften von Brandstiftern zitiert wurden, und er möglicherweise mit einem von diesen gesprochen hat, zeigt doch, dass diese Paragrafen von den Strafverfolgungsbehörden missbraucht werden.
Die wirklichen Straftäter können ja aufgrund anderer Gesetze bestraft werden.
21/10/2007, 10:49
Warum sollten sich die Einkaufsbewacher nicht auch zu praktischen Tätigkeiten heranziehen lassen, z.B. Getränkekisten tragen, schonmal die Butter holen, bei Entscheidung für oder gegen Produkt xy beraten oder auf die Kinder aufpass... nee, Kinder sollte man diesem inkompetenten Verein wohl lieber nicht anvertrauen. Die verlieren die nur irgendwo und dann wird wieder Konspirativität diagnostiziert. Aber wenigstens könnten sie was tun für ihr Geld! :)
Euch weiterhin alles Gute und viel Kraft! Und ich glaube: "sei nicht so konspirativ" o.ä. wird jetzt der neue Mode-Spruch. :)
21/10/2007, 10:59
es ist schrecklich und beängstigend zu sehen wie leicht wir in unserer demokratie nicht nur in die mühle der justiz geraten können, sondern welches ausmaß und abnormalität das ganze annehmen kann.
ich habe selbst gewisse erfahrung (nicht vergleichbar mit dem was ihr durchmacht!) auf
diesem sektor.
deswegen habt ihr mein tiefstes mitgefühl.
ich wünsche dir und deiner familie kraft und hoffnung.
gebt nicht auf!!!!!!
geschrieben von Levold [ antworten ]
21/10/2007, 12:31
... wünsche ich euch beiden!
Haltet durch!
21/10/2007, 13:11
Erstmal möchte ich hiermit meiner tiefen Erschütterung ausdruck verleihen. Aber ist es nicht ein Spiel mit dem Feuer, hier zu antworten? Wir stehen alle mit den Antworten in diesem Blog in Kontakt mit - nach BKA-Meinung - Terroristen. Somit müsste ich doch damit rechnen, morgen Besuch vom BKA zu bekommen. Ob Terrorist oder nicht entscheidet ja anscheinend sowieso nur die Formulierung. Eine Anregung an das BKA: Wie wäre es mit einer "Bad-Word" Liste? Damit man weiß, was für Wore man verwenden darf und was nicht - schließlich gibt es i nDeutschland auch noch Menschen, die etwas von ihrer Privatsphäre halten. Ich würde mich nämlich etwas komisch fühlen, würden meine Telefonate abgehört werden. Zur Info: Ich bin kein Terrorist, es sei denn, man sieht das kommentieren von Blogs mittlerweile als Terroristischen Akt an. Aber mittlerweile kann ich mir sogar das vorstellen. Nun ja, beenden wir diese Ironische Art, ich unterstütze diese Verfolgung von Terroristen zutiefst. Nur ein paar Fragen habe ich noch, eventuell erklär sich ja ein Mitarbeiter des BKA bereit, mir zu antworten. 1.: herr Schäuble hat im Interviewe mit dem "Stern" gefordert, im Grundgesetz eine gezielte Tötung vn Terroristen zu verankern. Terror ist (Zitat, Wikipedie Stichwort "Terror": Der Terror (lateinisch der Schrecken, von terrere - in Schrecken versetzen) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt um Menschen gefügig zu machen und besonders zur Erreichung politischer sowie wirtschaftlicher Ziele, was man als Terrorismus bezeichnet."). So sehen wir uns mal fogendes Szenario an: Ein kleiner Junge wird von einem großen Jungen bedroht, der große Juge sagt "gib mir dein Pausenbrot oder ich schlage dich". Die Androhung der Schläge wäre die verbreitung von NAgst und schrecken, um den kleinen Jungen gefügig zu machen. Das Pausenbrot wäre das wirtschaftliche Ziel. Wäre ich berechtigt, den großen Jungen zu töten? Würde dies nicht im Konflikt mit der Abschaffung der todesstrafe stehen? Oder ist die todesstrafe nur bei Mord abgeschafft, bei Pausenbrotteroristen aber erlaubt? 2.: Herr Schäuble plädiert für ein Handy- und internetvewrbot bei terroristen. Wenn ich den großen Jungen nicht töten daf, sollte ich ihkm wnigstens eins Auschwischen und ihm sein Handy klauen und dies bei der polizei abliefern? Würden diese evtl. die Drecksarbeit für mic herledigen und den großen Jungen töten? 3.: Sie sagten im Interview mit der TAZ ""Außerdem bin ich anständig, mir muss das BKA keine Trojaner schicken.". Wie wollen sie - wenn es keine Unschuldsvermutung mehr gib - beweisen, dass sie anständig sind? Gehen wir mal davon aus, sie würden in einer ihrer Reden ein paar Worte fallen lassen, die ja mittlerweile zu einer Strafrechtlcihen Verfolgung reichen. Da es keine Unschludsvermutung gibt, müssten sie beweisen, dass sie Unschuldig sind. Wie wollen sie etwas beweisen, was man nicht beweisen kann? man kann nichts beweisen, was man nicht macht. Wie also sollte man in einem solchen Fall vorgehen? Ich bitte um Antwort, wenn möglich per e-mail. Ein Gesetzestreuer Bürger
geschrieben von Menschenskind [ antworten ]
21/10/2007, 13:56
Ich bin seit Jahren in einem Chat, in dem es sogenannte Operatoren gibt, die dafür sorgen sollen, daß alles mit rechten Dingen zugeht. Früher war das ein Heidenspaß, so einem Operator Worte wie "Hitler" oder "Neger" zuzuflüstern, wenn man den Chat verlassen wollte - da wurde man dann nämlich rausgeschmissen.
Ich hab das Gefühl, die Büttel aus dem Chat sind in Justiz und Politik gegangen.
geschrieben von Till [ antworten ]
21/10/2007, 14:58
Das ziemlich viel gelesene "Was war, was wird" von Heise weist inzwischen auch auf den Blog hin:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/97698
geschrieben von Terroris´t [ antworten ]
21/10/2007, 15:27
...automatisch verdächtig?
Oder was ist mit Bands wie Zaunpfahl, die vor Jahren schon gesungen haben: Ich werd jetzt Terrorist...
Egal: Tut mir echt leid, was Euch hier jetzt aufgrund der Bundesdeutschen Wirklichkeit passiert. Hoffe, das ihr bald aus der Nummer rauskommt, und dann wieder "normal" (ich hoffe, das gibt es dann noch für Euch) leben könnt. Wünsch Euch auf jeden Fall viel Kraft, besonders auch für Eure Kinder.
Lasst Euch nicht kleinmachen.
Der Terrorist
PS: @BKA: Namen sind Schall und Rauch!
PPS: Schäuble für alle!
21/10/2007, 17:49
Ich wünsch euch auch viel Kraft und dass ihr bald von diesem ganzen Zirkus erlöst seid. Grauenhaft, wenn man sieht was aus unserem Rechtsstaat geworden ist und wie sehr Menschen unter sowas leiden müssen.
Aber am meisten Kraft wünsch ich euch für eure Kinder und dass sie es verkraften können.
21/10/2007, 17:50
Ich wünsche Euch alles gute und kann passend dazu den Kreisler empfehlen ... http://www.youtube.com/watch?v=FprnQnz8WOA
21/10/2007, 18:02
Lass Dir doch vom BKA Zugriff auf die Fehlerdatenbank von der Handy-überwachungssoftware geben. Dann kannst Du dort die Fehler einstellen und so aktiv an unser aller Sicherheit mitarbeiten.
21/10/2007, 19:53
Ich wünsche euch viel Kraft und Energie und Vertrauen aufeinander, um diesen Wahnsinn durchzustehen.
BKAler, wacht auf und denkt mal drüber nach, wie man Verbrechen wirklich bekämpft -- an der Wurzel und die steckt sicherlich zum teil im von euch verteidigten ungerechten ystem struktureller Gewalt.
Hilft euer Vorgehen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung unseres ach so tollen Rechtsstaates zu schützen oder seid ihr vielleicht doch die Henkersgehilfen für eines jeden, auch eure Grundrechte, ja Menschenrechte?
Ich bin in Gedanken bei euch und werde jetzt was gegen diesen beklemmenden Druck auf der Brust tun.
Danke, dass du hier deine "Annalen" schreibst.
Alles Gute Euch und allen Verfolgten dieser Erde :).
Namaste
21/10/2007, 20:53
Ich bin schockiert, schockiert, schockiert...und fühle mich hilflos. Ich wüsste nicht was ich in Eurer Situation tun würde. Vielleicht muss man vorbeugen und Deutschland lebe wohl sagen - im übertragenen sowie im wörtlichen Sinne.
Ich hoffe Ihr übersteht das gut und die offiziellen Stellen kommen mal zur Besinnung.
@heimlicher BKA-Leser:
Glaubt Ihr wirklich daran oder ist es euch einfach egal einer Familie das leben schwer zu machen?
21/10/2007, 22:18
Ich empfahl diesen Blog nun schon einigen Freunden und geschlossen teilen wir die selben Reaktionen. Empörung, Angst, rechtsstaatliches Fehlverhalten, Soldidarität und Hilfsbereitschaft.
Dazu habe ich nun eine Frage.
Besteht die Möglichkeit, dass ich bzw. Freunde durch Spenden, z.B. im Sinne von Unterstützung einer terroristischen Vereinigung (anscheinend ist BSA & BKS da ja kreativ), ebenfalls einer solchen Tortur ausgesetzt werden?
Bitte versteht es nicht falsch, wenn ich sage, dass meine Hilfsbereitschaft in einem solchen Fall nicht über meine Ängste siegen wird. Aber vielleicht habt ihr ja mit so einer Frage schon Erfahrungen bzw. eine Antwort parat.
Digitale Grüße,
Micha
22/10/2007, 00:42
Wieso macht ihr euch eigentlich nicht den Spaß und sprecht eure netten Bewacher mal an? Jeden einzelnen. Tag für Tag. Sie müssten alle ausgetauscht werden. Immer und immer und immer wieder... ich wäre gespannt, was die Konsequenz wäre.
Zugeben wird seine Tätigkeit sicher keiner, aber wer mehrmals von euch an verschiedenen Orten angesprochen worden ist, würde sicher von seinem Chef gegen einen Kollegen ausgetauscht werden. Bis die ihr ganzes, blödes Personal durch haben... wieso die Jungs nicht einfach mal täglich grüßen, ihnen einen schönen Tag wünschen?
22/10/2007, 08:43
Ist doch gut zu wissen, dass die Fahnder vom BKA etwas Sinnvolles tun für ihr Geld, und nicht etwa der Allgemeinheit auf der Tasche liegen wie die Sozialparasiten.
22/10/2007, 08:47
nur der Klarheit halber: das war Sarkasmus.
geschrieben von Stefan [ antworten ]
22/10/2007, 08:58
Du sagst selbst, dass das Ganze sehr sureal ist.
Ist es auch. Ich an eurer Stelle würde mir, wie in deinem genannten bespiel mit dem Aufkleber, erlauben einen Spass mit den BKA'lern machen.
Geh doch mal morgens zu Ihnen über die Strasse und frag sie ob sie nicht einen Kaffee oder ein Brötchen haben möchten. Die ganze zeit FastFood bei Überwachungen zu essen und dann auch noch immer im Ü-Wagen sitzen ist doch sowas von ungesund.
Also einfach mal direkt rübergehen und Ansprechen, wenn die dich kommen sehen und abhaun haben SIE etwas zu verbergen.
geschrieben von Detlef Meyer [ antworten ]
22/10/2007, 09:04
Die Jungs und Mädels vom BK sind ja nicht doof, auch wenn sie sich den Anschein geben. Die werden SUNZIs „Kunst des Krieges” gelesen haben. Wenn die euch also wissen lassen, daß ihr verfolgt werdet, dann hat das einen Grund. Wie in der Politik gilt auch hier, daß man Menschen am besten lenken kann, wenn sie Angst haben. Das ist, was die Amis schon lange machen und was Minister Schäuble ebenfalls betreibt. Wer Angst hat, der denkt nicht. Das schlimme an der Sache sind die „chilling Effects”, wenn man sich also schon beim einloggen in diese Seite fragt, ob man damit ins Visier der Schnüffler gerät. Man zensiert sich selbst. Auch wenn noblog.org die IPs nicht speichert, speichern doch die deutschen ISPs. Die Geheimdienste können sich über die SINA-Boxen sowieso einklinken, müssen die ISPs also nicht einmal zur Mitarbeit zwingen. Stichwort Bundestrojaner. Den braucht das BKA nicht. Die Amis, die Briten u.a. hören und lesen sowieso jegliche elektronische Kommunikation mit und die Deutschen brauchen bloß im Rahmen eines Kooperationsabkommens nach den Daten zu fragen. Das ist wie mit den Folter. Deutschland foltert nicht, nutzt aber erfolterte Daten. Die müssen sich die Hände nicht schmutzig machen. Sobald die Daten euren Rechner verlassen haben, kann der Lauscher damit machen was er will. Auf eurem Rechner könnt ihr euch schützen. Gegen Keylogger müßten Bildschirmtastaturen helfen. Da rollt das Alphabet über den Bildschirm und man klickt mit der Maus auf den benötigten Buchstaben und setzt sich so die Texte zusammen. Man kann z.B. Betriebssystem A benutzen und darin Betriebssystem B virtualisieren, der Trojaner hat dadurch nur geringe Chancen. Eure Festplatte dürfte für den CCC interessant sein. Legt eine LiveCD ein (Knoppix?), bootet von der und brennt eine Kopie der Festplatte auf DVD und schickt die dem CCC. Benutzt zum surfen verschiedene Browser in jeweils eigenen Useraccounts, die nur zum browsen verwendet werden. Schaltet die Browserkennung ab oder verfälscht sie. So weiß der Bösewicht nicht so schnell, auf welchen Browser er seinen Trojaner ausrichten soll. Schaltet den HTTP-Referrer ab. Javascript, Flash, Java solltet ihr auch abschalten. Benutzt Werbefilter um Verbindungen zu bestimmten (BKA) Servern zu unterdrücken. Privoxy ist euer Freund. Ihr könnt einen ausländischen Trackerdient auf eurer Homepage installieren, der würde die IPs erfassen und die könntet ihr dann mittels Whois-Abfrage überprüfen um herauszufinden, ob sich hier auf der Site irgendwelche Behörden herumtreiben (die wären doof, wenn sie’s nicht täten). Deren IPs könnt ihr veröffentlichen und natürlich blockieren. Ihr könnt die Beobachter beobachten und fotografieren und die Fotos veröffentlichen. Fertigt eigene Protokolle an.
22/10/2007, 09:39
In der nächsten Woche hat die BAW ZeugInnen vorgeladen, denen Bußgelder drohen, wenn sie verweigern, über ihre Freunde, Kollegen, Mitbewohner auszusagen und im schlimmsten Fall wird versucht werden, sie mit bis zu sechs Monaten Beugehaft dazu zu zwingen.
Seit wann muss man aussagen und kann nicht von seinem Recht Gebrauch machen, die Aussage zu verweigern?