Nachtrag: Berlins Brennende Autos

Der Autobrandstifter Andre H. aus Moabit steht gerade vor Gericht. Motiv „diffuser Sozialneid“ und „irgendwie verliebt“ (Tagesspiegel).

102 Autos soll er angezündet haben. Als links kann er beim besten Willen nicht bezeichnet werden, auch wenn das Motiv „Ich fand es ungerecht, dass sich andere teure Autos kaufen können und ich in Schulden stecke“ eine gewisse Verwandschaft zu linken Ideen hat.

„Dabei lebte der blasse Typ mit Stirnglatze bis dahin völlig unauffällig. Er ist gelernter Maler und Lackierer, lebte mit seiner behinderten Schwester und seiner krebskranken Mutter in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung in Moabit. Kein Alkohol, keine Drogen, tief religiös und in einer mormonischen Gemeinde.“ Berliner Kurier

Hat sich eingentlich irgendwer von denen entschuldigt, die der todsicher linksradikal-terroristischen Autoanzünder wegen mehr Überwachung gefordert hatten? Mehr V-Leute in der linken Szene? Vorratsdatenspeicherung? Überhaupt wegen der ganzen Hetzerei? Und erst die Funkzellenabfragen – die sind ja schon völlig in Vergessenheit geraten, obwohl sie nullkommanix gebracht haben, außer eben schön viel Daten für die polizeilichen Datenbanken.

„Insgesamt gingen 2011 in Berlin mehr als 700 Autos in Flammen auf. Etwa die Hälfte wird linksextremen Kreisen zugerechnet. Die übrigen Bandstiftungen sollen auf das Konto von Trittbrettfahrern und Versicherungsbetrügern gehen.“ Focus

Es wäre interessant zu erfahren, woher die Einschätzung stammt, dass die Hälfte ‚linksextremen Kreisen‘ zugerechnet wird. Genauso geraten wie alle anderen Zahlen? Einst sagte ein Sprecher der Berliner Polizei, immer, wenn ein verbranntes Auto einen bestimmten Wert übersteigt, werde von einer linksradikalen Tat ausgegangen.

Bei der Berliner Zeitung sieht das so aus:

403 Fälle von Autobrandstiftungen wurden im vergangenen Jahr insgesamt registriert. Dabei wurden 537 Autos direkt angezündet. 222 weitere Fahrzeuge wurden von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen. Weniger als ein Drittel der Taten wurde nach Einschätzung der Polizei aus politischer Motivation begangen.

 

„Die Methode war denkbar einfach: Ein Grillanzünder auf dem Vorderreifen des Wagens, mit dem Feuerzeug angezündet – das hatte er in einer Fernsehreportage gesehen.“ Süddeutsche

D.h. jede Reportage, die die Grillanzünder erwähnt, gleitet haarscharf an der Aufforderung zu Straftaten vorbei.

Die BZ hat sogar ein von der Überwachungskamera aufgenommenes Bild. Woher hat sie das eigentlich?

Ansonsten spielen angezündete Autos ja gerade kaum eine Rolle. Werden welche angezündet? Von wem? Warum (nicht)? Wieso redet niemand drüber? Wann wird wieder darüber geredet werden? Demnächst in diesem Kino.

6 Gedanken zu „Nachtrag: Berlins Brennende Autos

  1. Und warum haben die Hersteller noch keine Brandmeldeanlagen oder Rauchmelder in Radkästen eingebaut? Na vielleicht lösen die bei Fahrten bei heißer Fahrt auch aus 😉

  2. Dem jetzt vor Gericht stehende Täter wird zur Last gelegt, 102 Autos angezündet zu haben. Es kann also durchaus noch bei über 350 Straftaten ein linksextremer Zusammenhang bestehen.

  3. Da scheint wohl ein Namenshalluzionist, mit zahlenfetischistischen Allyren zu Gange zu sein, der die Brandstiftungen immer jemandem in die Schuhe schiebt, der André heißt. Wie warscheinlich ist denn das?

    Wenn ab 2000/2001 Polizisten in Berlin entlassen wurden und die Brandstiftungen ab 2001 losgingen, ist doch die Warscheinlichkeit eher gegeben, dass arbeitslose Polizisten Brandstiftungen legen oder die Gewerkschaft der Polizei dahinter steckt. Kino, für wahr! Auf Entschuldigungen braucht man da nicht zu hoffen, die haben doch gar kein Schuldbewusstsein und fühlen sich noch im Recht Autos anzuzünden. Pfui Teufel! Rechtsstaatliche Aufklärungen sind dann wohl auch hinfällig. Eine Win: Win Situation für Polizei und Versicherungen! Oder sollen wir das Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen nennen? Anstatt sich mal ein Wirtschaftskonzept für die Stadt auszudenken, sieht jeder nur wie er mit dem Arsch an die Wand kommt. Es werden vermutlich alle DDR Bürger als „linksextrem“ eingestuft, vor allem jene, die beim Militär vereidigt wurden oder der Polizei der DDR. Aufwachen! Wer Autos anzündet, verbrennt auch Bücher und kann kein Linker sein.

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