Michelle Teran receives the transmediale Award 2010Das freut mich politisch wie persönlich ja ungeheuer, auch wenn ich nicht dabei sein konnte: Samstag abend hat Michelle Teran den transmediale Award 2010 gewonnen.

Die Kanadierin Michelle Teran thematisiert in ihren Arbeiten das Zusammenspiel zwischen den Medien- und sozialen Netzwerken innerhalb städtischer Lebensgemeinschaften. Ihr Projekt Buscando al Sr. Goodbar (2009) ist eine Tour durch die spanische Stadt Murcia auf drei Ebenen zugleich: mit dem Bus, auf Google Earth und auf YouTube. Auf einer Busfahrt begibt sich das Publikum auf die Suche nach den Orten und Autoren verschiedener in der Stadt gedrehter YouTube Videos. Wann immer ein solches Video über die geografischen Koordinaten des Drehortes verfügt, wird es durch eine spezielle Mapping Software direkt mit Google Earth verbunden. Dem Bus kann im virtuellen Raum auf Google Earth gefolgt werden, während YouTube Videos wiederum im Bus gezeigt werden. Durch das Aufsuchen der Räume aus den Videos entsteht eine vertrauliche Begegnung zwischen Videomachern und Publikum. Das Projekt lässt sich jederzeit an anderen Orten wie Berlin wiederholen. (Transmediale)

Mehr zum Projekt Buscando al Sr. Goodbar:

Mehr Projekte von Michelle Teran bei Ubermatic.

Besonders mochte ich vor ein paar Jahren Life: a user's manual. Lange bevor kürzlich der "Skandal" in Deutschland diskutiert wurde, dass es möglich ist, die - Ogott! - völlig unverschlüsselten Daten von Überwachungskameras zu verarbeiten, hat Michelle daraus kritische Kunst gemacht.

Schon 2006 ist sie durch Berlin (und davor zig andere Städte) gelaufen und hat die Bilder beliebiger Überwachungskameras über einen mobilen Monitor öffentlich gezeigt, der in einen Rollkoffer eingebaut war: